Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis/Niederrhein Neuen Herausforderungen müssen sich die Gärtner und Landwirte am Niederrhein stellen, zum Beispiel durch erneuerbare Energien. Sie stehen im globalen Wettbewerb, nicht zuletzt durch die zunehmende Grenzöffnung im Rahmen der Welthandelsorganisation.
Weit über den geographischen Rahmen hinaus ging Professor Dr. Hans-Joachim Leyrer von der Universität Bonn, als er jetzt in der Nettetaler Baumschule Lappen das Gutachten über die „Agrobusiness-Region Niederrhein” vorstellte.
Sechs Monate hat das Bonner Büro AFC Consultants International daran gearbeitet, Workshops veranstaltet und Interviews gemacht. Herausgekommen sind Empfehlungen, wie der Gartenbau und alle damit zusammenhängenden Branchen, etwa die Vermarktungs- und Transportunternehmen oder der Tourismus, fit werden können für die Zukunft.
Der Überblick fehlt
Der Niederrhein umfasst in diesem Fall die Kreise Kleve, Viersen und Wesel sowie den Rhein-Kreis Neuss. Eine Erkenntnis: Viele Einrichtungen gibt es schon, doch manchmal wissen sie nichts voneinander. „Es geht darum, die Kräfte zu bündeln, zu vernetzen und eine Dachmarke zu entwickeln”, sagt Dr. Christina Goos, die am Gutachten mitarbeitete.
So fehle ein Überblick über die große Auswahl an Bauernhofcafés und Erlebnishöfen. Wissenschaftler, die in der Region über Themen wie Gen-Technik oder intelligentes Gewächshaus forschten, hätten oft keine Kenntnis von den Projekten von Kollegen an Nachbaruniversitäten.
Für Landwirte existiere keine zentrale Stelle, um sich beispielsweise über Biogasanlagen zu informieren, auch wenn die Landwirtschaftskammer schon viel anbiete. Der Auf- beziehungsweise Ausbau von Relaisstationen, in denen die Fäden zusammenlaufen, ist ein Ratschlag, damit die hiesige „grüne” Industrie im Wettbewerb vor allem auch mit den Niederländern bestehen kann.
„Agrobusiness-Airport“ Weeze
Im Nachbarland wird Landwirtschaft und Gartenbau ein höherer Stellenwert eingeräumt. Beleg dafür ist der so genannte „Greenport” in Venlo, einer von fünf Ballungsräumen, den die Niederländer dem Agrobusiness zugewiesen haben.
Eine Chance zur Zusammenarbeit mit den Niederländern sehen die Gutachter bei der Floriade 2012 in Venlo. Um die Strukturen diesseits der Grenze zu stärken, erscheint die Weiterentwicklung des Gartenbau-Zentrums um Straelen, Geldern und Kevelaer ratsam.
Lastwagen auch mit nichtlandwirtschaftlichen Produkten besser auslasten, den Flughafen Weeze als „Agrobusiness-Airport” nutzen und etwa dort, statt in Frankfurt, Blumen aus Afrika landen lassen, ein Herkunftszeichen „Niederrhein” einführen - diese und andere Vorschläge stellen die Gutachter zur Diskussion.
Christiane Goos: „Viel Potenzial liegt brach.”
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