Wirtschaftsstudie im Rhein-Kreis (NGZO). Der "Zukunftsatlas Branchen 2009" des Forschungsunternehmens Prognos siedelt den Rhein-Kreis Neuss im gesunden Mittelfeld an. Seine Stärken generiert der Kreis eher im Branchenmix als in der Konzentration.
Bewertung
Der "Zukunftsatlas Branchen 2009" bewertet die sieben Zukunftsfelder in folgender Abstufung: "Sehr starke Konzentration", "Starke Konzentration", "Überdurchschnittliche Konzentration", "Durchschnittliche Konzentration", "Geringe Konzentration", "Sehr geringe Konzentration".
Rhein-Kreis Neuss Wenn unter Wirtschaftsförderern im Rhein-Kreis Neuss das Wort "Logistik" fällt, tritt ein Strahlen in die Gesichter: Die Neuss-Düsseldorfer Häfen sind der Dauerbrenner, um die Leistungsfähigkeit des Standortes zu untermauern, zuletzt kamen die monströse Logistikhalle des Speditionsriesen Fiege und die Hochschule Neuss mit dem Schwerpunkt Logistik hinzu.
Rhein-Kreis: Heterogene Struktur
Dass der Kreis gut ist in der Logistik, bestätigt nun der "Zukunftsatlas Branchen 2009", den das Forschungsunternehmen Prognos herausgegeben hat. 413 Städte und Kreise wurden im Rahmen der Studie unter die Lupe genommen, speziell die sieben Wachstumsfelder Maschinenbau, Fahrzeugbau, Logistik, Mess-, Steuer-, Regeltechnik (MSR), Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Gesundheitswirtschaft sowie Unternehmens- und Forschungsdienstleistungen untersucht. Eine "Überdurchschnittliche Konzentration" dieser Wachstumsfelder bescheinigt der Atlas dem Rhein-Kreis auf seiner Skala: gutes Mittelfeld.
"Der Rhein-Kreis Neuss profitiert von seiner heterogenen Struktur", sagt Peter Kaiser als Projektleiter der Studie. Seine Stärken hat der Rhein-Kreis Neuss in den Feldern Logistik (Rang 30 von 413), MSR (80), IKT (71) und Gesundheitswirtschaft (81), in denen immerhin 31 000 Beschäftigte arbeiten. Das sieht auch der Konjunkturforscher Dr. Rainer Bovelet so: "Es ist eine stärke, dass der Rhein-Kreis nicht von einer Monokultur geprägt ist."
Vorteile bietet zweifellos auch die Nähe zu urbanen Zentren wie Düsseldorf und Köln. Das bestätigt Kaiser: "Der Rhein-Kreis Neuss hat als Flächenkreis Gewerbeflächen, die dringend benötigt werden." Die Stärke der Metropolen macht auch der Blick auf die Deutschlandkarte im Branchenatlas deutlich, in der Städte wie Düsseldorf, Köln, Berlin Hannover, München oder Hamburg zumeist als besonders zukunftsträchtig farblich heraustreten. Auf Landesebene deutlich überdurchschnittlich ist Baden-Württemberg, das mit acht Städten und Kreisen unter den Top 20 zu finden ist.
Das größte Potenzial beim Beschäftigungswachstum sieht Kaiser in der Gesundheitswirtschaft, in der der Kreis zum Beispiel mit Unternehmen wie Janssen-Cilag stark vertreten ist. Zudem geht ein Trend immer mehr weg von der industriellen Produktion hin zu stärker wissensbasierten Tätigkeiten.
Wirtschaftsdezernent Jürgen Steinmetz jedenfalls ist zufrieden mit der Studie. "Das ist eine schöne Bestätigung für den Standort", so Steinmetz, der auch künftig auf einen breiten Branchenmix setzt: "Wir wollen die Stärken stärken, wir haben die Gesamtheit im Auge."
Am Ende bleibt ein kleiner Wermutstropfen. Mettmann, das der Rhein-Kreis Neuss in regionalen Konjunkturstudien meist überholen konnte, liegt mit einer Nasenspitze vorne (Bovelet: "Mettmann war meist etwas krisenanfälliger als der Kreis Neuss"). Das Urteil der Prognos-Experten: "Starke Konzentration."
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