Sommertour: Geheimnisvolle Orte (34) (NGZ). Während der Ferienwochen berichten unsere Reporter täglich von uralten Legenden und geheimnisvollen Orten in Nordrhein-Westfalen. Heute: Auf den Spuren der Geschichte des Altenberger Doms.
Im Mittelalter hatte es der Teufel schwer im Bergischen Land. Gab es doch eine Insel der Gottseligkeit auf "alten berge", dem verlassenen Wohnsitz der Grafen von Berg. Hier lebten die ultra-frommen Mönche der Zisterzienser in einem Kloster. Pater Meinhard aus Altenberg soll der Legende nach der allerfrömmste Mönch unter ihnen gewesen sein – ein Muster an Tugend und Wahrhaftigkeit. Ihm wollte der Teufel ans Leder und verbreitete das Gerücht, dass Meinhard Verkehr mit Weibern pflegte.
Und siehe da – Mönche, die auf der Lauer lagen, sahen tatsächlich eine bildschöne Dirne in die Zelle Meinhards verschwinden. Abt mitsamt Gefolge drangen in Meinhards Zelle ein und tatsächlich – vor dem Wandschrank stand ein Paar höchst niedlicher Frauenschuhe. Der Abt ließ die Schranktür öffnen – und davon eilte eine lachende, barfüßige Schöne! Schon wollte sich der Zorn des Abtes über Meinhard ergießen, da durchschaute der fromme Mönch die Teufelei und exorzierte die Schuhe: Sie verwandelten sich in zwei Rosshufe und flogen mit Gestank von dannen.
Altenberger Dom
Führungen Samstags, 11 Uhr, sonn- und feiertags 13, 15.30 Uhr
Treffpunkt Vor dem Domportal
Nachtwächter-Rundgang Sagen und Legenden (David Bosbach)
Anmeldung www.nachtwaechter-odenthal.de
Gastronomie Hotel-Restaurant Altenberger Hof, Tel. 02174 4970.
Märchenwald ganzjährig 9 bis 18 Uhr; Tel. 02174 40454
Noch heute kann man einen abgebildeten Frauenschuh entdecken in einer Grabplatte, die eingelassen ist links in der Mauer an der Westfassade des Altenberger Doms...
David Bosbach, Historiker, Tourismusbeauftragter und "Nachtwächter" der Gemeinde Odenthal, hat noch jede Menge Legenden über Altenberg, seinen Dom und die Zisterzienser auf Lager. Sie künden von der Gründung des Klosters ("Die heilige Eselei"), von der Zerstörungswut des Teufels ("Der Wasserteufel") und von vielen Wundern, wie die Legende von den "Elftausend Jungfrauen".
Das Kloster wurde 1133 in Altenberg gegründet. 1259 begann man mit dem Bau des heutigen gotischen Altenberger Doms. Wer dann vorbei an der Torschänke durch das Klostertor auf dem Märchenwaldweg spaziert, der gelangt nach sieben Minuten zum "Deutschen Märchenwald". Und vielleicht entdeckt der neugierige Wanderer einen weiteren Schuh – den, den Aschenputtel verloren hat.
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