Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Analyse Die Sozialdemokraten suchen einen Kandidaten für den Bundestagswahlkreis Neuss, Grevenbroich, Dormagen, Rommerskirchen
Rhein-Kreis Neuss Demokratie ist gut, macht aber Arbeit. Den Sozialdemokraten im Bundestagswahlkreis 109 - Neuss, Grevenbroich, Dormagen, Rommerskirchen - wird das in diesen Tagen besonders bewusst: Drei Bewerber, die in der Nachfolge für Kurt Bodewig, der auf eine weitere Kandidatur verzichtet, bei der Bundestagswahl am 27. September gegen Staatsminister Hermann Gröhe (CDU) antreten wollen, stellen sich einem ebenso basisdemokratischen wie komplizierten Auswahlverfahren: Hubert Esser aus Neuss, Martina Suermann aus Grevenbroich und Christiana Kemmerling aus Dormagen sind auf Tour.
Am Mittwoch Grevenbroich, am Donnerstag Neuss, am Freitag Rommerskirchen und zum Schluss am Montag in Dormagen werben sie in Mitgliederversammlungen um Unterstützung für ihre Positionen, vor allem aber für die eigene Person. Besonders die SPD in Neuss hatte auf ein Verfahren gedrängt, das einerseits Chancengleichheit, andererseits aber auch eine Entscheidung durch die Basis ermöglichen soll.
Und so sieht es aus: Die drei Kandidaten stellen sich nach strengen Regeln - je 20 Minuten Redezeit, ausgeloste Reihenfolge der Vorstellung, Nachfragen aus dem Publikum immer nur an alle drei Bewerber - in den Stadtverbänden des Wahlkreises vor. Zum Ende jeder Veranstaltung geben die Sozialdemokraten in geheimer Wahl ihre Stimme für einen Kandidaten ab. Die Stimmen werden eingesammelt und von zwei Vertrauensleuten - Anni Brandt-Elsweier und Stephan Ingenhoven - ausgezählt sowie anschließend gesichert und weggeschlossen. Das Ergebnis erfahren die SPD-Mitglieder bei den Vorstellungsabenden nicht. Es wird erst nach der letzten Runde am Montag in Dormagen bekannt gegeben.
Diesem politischen Votum folgt dann am Donnerstag, 29. Januar, die offizielle Kandidatenkür durch eine Delegiertenversammlung. Dort könnte sich zwar theoretisch jeder Sozialdemokrat zur Wahl stellen, in Kreisvorstand und Partei herrscht aber Einigkeit darüber, dass das Votum der Mitglieder respektiert werden soll. Obwohl etwas kompliziert und langwierig kommt das Verfahren offensichtlich an: In Grevenbroich kamen zum Beispiel 94, in Neuss sogar 114 Sozialdemokraten, um zu sehen und zu hören, wer da für sie und mit ihrer Hilfe in den Bundestag einziehen möchte.
Benno Jakubassa, SPD-Chef aus Neuss und am Donnerstagabend auch Versammlungsleiter bei der Vorstellung der Bewerber im Thomas-Morus-Haus, hofft auf Folgewirkungen: „Alle, die jetzt direkt mitentscheiden, sind bestimmt auch besonders engagiert, wenn es darum geht, den Kandidaten oder die Kandidatin, die sich letztlich durchsetzt, im Wahlkampf zu unterstützen.“
Mehr zum Thema und den drei Bewerbern lesen Sie in der Samstagausgabe (24. Januar 2009) der Neuß-Grevenbroicher Zeitung.
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