Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Landgard , Deutschlands größter Pflanzenvermarkter, vermeldete bei seiner Vertreterversammlung Wachstum . Die Regionalität soll stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. Nur bei der Personalfrage gab es leise Misstöne.
Rhein-Kreis Neuss/Geldern Nur einmal ganz kurz knarrte es im Gebälk bei der Landgard-Vertreterversammlung. Da erkundigte sich ein Genosse, warum denn die Personalkosten in die Höhe geschossen seien, ob man die nicht auf den Kunden abwälzen könne, anstatt die Erzeuger zu belasten.
Getuschel, Blicke - dann sorgte Willi Fitzen, Neusser Vorstandsvorsitzender des größten Vermarkters für Pflanzen, Obst und Gemüse in Deutschland, für Klarheit.
„Wir haben in weiten Teilen die Funktion des Großhandels übernommen“, sagte er. Bei Obst und Gemüse vermarktet Landgard inzwischen 70 Prozent direkt an den Lebensmitteleinzelhandel und nur noch 30 Prozent an den Großhandel - Tendenz steigend. Bei Blumen und Pflanzen liegt der Anteil bei 40 Prozent; die Vermarktung über Versteigerungen bei 60 Prozent.
Zahlen und Fakten 2007
Konzern Der Umsatz betrug 1,223 Milliarden Euro, das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Blumen und Pflanzen Der Umsatz betrug insgesamt 912 Millionen Euro, das sind 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr (845 Millionen Euro) Obst und Gemüse Der Umsatz betrug 310 Millionen Euro, das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr (303 Millionen Euro).
Als Dienstleister aufzutreten, werde immer wichtiger. Und Landgard werde auch weiterhin in Personal investieren - „der Personalkostenfaktor muss aber dennoch im Griff bleiben“. So soll unter anderem die Beratung ausgebaut werden, Zierpflanzenberater und das Ressort Gemüsebau sollen gestärkt werden. Und das war es dann auch mit den Misstönen.
Denn ansonsten sehen die Zahlen, die die Genossenschaft im Hotel See Park in Geldern vorstellte rosig aus - um im Pflanzenjargon zu bleiben: Der Gesamtumsatz des Konzerns vom 1. Januar bis 31. Mai 2008 betrug 625 Millionen Euro und lag damit um drei Prozent über dem Umsatz des Vorjahreszeitraums (609 Millionen Euro).
Dennoch sei die Situation im Gartenbau schwierig. Hohe Energiepreise und die Erntehelferregelung seien Faktoren, die Landgard nicht unmittelbar beeinflussen könne. Hinzu kommt die Harmonisierung der Pflanzenschutzmittel. Bestimmte Pflanzen könnten dann nicht mehr angebaut werden. Das, so hieß es, sei ein hochsensibles Thema.
Bei einer derartigen Marktsituation soll nun ein größerer Fokus auf eine Verbesserung der Strukturen gelegt werden, der regionale Charakter gestärkt werden. So soll etwa mit dem Hinweis „Aus dem Rheinland“ oder „Aus dem Teutoburger Wald“ auf die regionale Herkunft hingewiesen werden. Der Name Landgard wird dabei als Dachmarke eingesetzt.
„Der direkte Einstieg in das Discountgeschäft ist für 2008 ein wichtiges Projekt“, sagte Fitzen. Außerdem soll ein Leitbild geschaffen werden. Auch künftig will die Genossenschaft wachsen. Ein organisches Wachstum von drei bis fünf Prozent ist als Zielvorgabe ausgegeben worden.
Gleichzeitig würden intensiv die Möglichkeiten weiterer Firmenübernahmen und Beteiligungen geprüft. Absatz und Beschaffung im Ausland sollen forciert werden. Den Abschluss segnete ein Wirtschaftsprüfer ab. Vorstand und Aufsichtsrat wurden von den anwesenden Genossen entlastet.
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