Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss (NGZ) Die Kuh hat auch in unserer Region noch immer ihre Weidegründe, aller industriellen Umwälzungen zum Trotz. „Im Rhein-Kreis Neuss und der Stadt Mönchengladbach melken täglich 104 Bauern rund 3700 Milchkühe“, berichtete der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach, Wolfgang Wappenschmidt, anlässlich des Internationalen Tages der Milch, der gestern begangen wurde.
Was aus den Eutern fließt und weiterverarbeitet wird, hat gute Aussichten, in den Geschäften Käufer zu finden, denn: Der Verbrauch an Milch und Milchprodukten in Deutschland liegt mit 310 Kilogramm pro Jahr weit über dem EU-Durchschnitt von 270 Kilogramm pro Jahr. Die Verbraucher seien mit ihrem hohen Milchkonsum gut beraten, ist Wappenschmidt überzeugt, denn Milch liefere neben Energiestoffen und Eiweißen Vitamine und Mineralstoffe wie Calcium, Kalium und Eisen.
Die Kuh muss fressen
„Das Produkt Milch steht unter ständiger Kontrolle“, erklärt der Landwirt aus Glehn. Spätestens alle zwei Tage werde die Milch vom Hof abgeholt; schon beim Einfüllen in den Milchtank des Lastwagen werde eine so genannte Rückstellprobe entnommen.
„Regelmäßige Untersuchungen auf den Fett- und Eiweißgehalt sowie auf den bakteriologischen Zustand der Milch und den sogenannten Keimzahlen garantierten nicht nur die Vermarktung eines erstklassigen Produkts, sondern geben dem Landwirt auch wichtige Hinweise für sein Management bei der Fütterung und Haltung seiner Tiere.“
Im Rheinland würden 98 Prozent der Milch in die höchste Güteklasse eingestuft, sagt Wappenschmidt. Etwa 35 Kilogramm Mais- und Grassilage sowie rund 7 Kilogramm Kraftfutter frisst die rheinische Milchkuh am Tag. Sie muss dazu 50 Liter Wasser saufen, damit sie im Jahr um die 7500 Liter Milch geben kann.
Im Vergleich zu früher ist das gewaltig: Im Jahr 1950 gaben die rheinischen Milchkühe durchschnittlich 4100 Liter Milch. Diese Steigerung sei durch Züchtung von leistungsfähigeren Milchviehrassen sowie durch optimierte Haltung und Fütterung der Tiere erreicht worden, blickt der Kreislandwirt auf die Entwicklung.
Lebensmittel nicht verramschen
Ohne Fachwissen ist eine erfolgreiche Milchviehhaltung nicht möglich: „Die Kuh ist keine Maschine, sondern ein Lebewesen, das sich im Stall, auf der Wiese, aber auch im Melkstand wohl fühlen muss, sonst läuft gar nichts.“ Der Landwirt müsse sehr darauf achten, dass seine Tiere gemäß ihrer Milchleistung das Richtige fressen.
Ausreichend Mineralstoffe seien ebenso wichtig wie der richtige Anteil an Rohfaser und leicht verdaulichen Energiestoffen. „Werden hier Fehler gemacht, können die Tiere schnell krank werden“, warnt Wappenschmidt.
„Leider haben viele Verbraucher noch keinen Milchviehstall von innen gesehen und kennen Milch nur aus der Tüte“, bedauert der Landwirt, „wer die Gelegenheit hat, sollte sich auf einem Milchviehbetrieb genau umschauen und so erfahren, wie viel Arbeit, Mühe und Sorgfalt die Milchproduktion braucht.“
Ein Lebensmittel wie die Milch sei wertvoll und dürfe nicht verramscht werden. Es sei bedauerlich, dass immer wieder zu beobachten sei, dass in den Supermärkten oftmals ein Liter Mineralwasser teurer als ein Liter Milch verkauft werde.
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