Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Bedburdyck (reis) Kaffetassen mit Motiv kennt man landläufig nur mit Lady Di, der Queen oder dem Logo des Fußballvereins bedruckt. „Da muss man mehr draus machen können“, sagte sich der Bedburdycker Norbert Schultheiß, der Tassen auf Bestellung mit Fotos und Motiv gestaltet und vertreibt.
Visitenkärtchen landen meist in der Schublade, doch eine Kaffeetasse hat man meistens schon morgens in der Hand und vor Augen, erzählt der 54-jährige. Der selbstständige Grafiker verkaufte vor einigen Jahren sein Unternehmen für Werbetechnik und Lichtreklame und arbeitet nun alleine von zu Hause aus.
In seinem Büro finden sich nur ausschnittsweise die gesammelten Werke in Form von Tassen. Der Löschzug Gierath hatte eine Tasse bestellt, die zum Jubiläum bei einer Tombola zu gewinnen war. Als „Give away“ hatte die Stadt Grevenbroich das Logo „Bundeshauptstadt der Energie“ geordert. Ein fotorealistisches Motiv zeigt den Torbogen des Alten Schlosses in Grevenbroich. „Ein Kunde wollte zum zehnten Geburtstag seines Hundes, dessen Gesicht auf einer Tasse haben“, erzählt der Bedburdycker.
In Kommission gestaltete er eine Tasse mit Rory Gallagher, die über eine Homepage zu bestellen ist. Eher an sein altes Geschäft erinnert die Werbung für Autohäuser oder Kurier-Dienste, die ihr Logo auf Tassen bedruckt wiederfinden möchten. In drei Jahren hat der 54-jährige rund 100 Motive auf Tassen gebracht. Mit der Digitalkamera oder am PC entsteht das gewünschte Bild.
Die Kunden schicken dem Werbefachmann Dateien, die er auf entsprechende Größe bringt. Dazu wird ein Text entworfen. „Das Motiv muss spiegelverkehrt verklebt und auf spezielles Papier gedruckt werden“, so Schulheiß, der Logos und Bilder geduldig ausschneidet und auf die nackte neutrale Tasse klebt.
In einer roten kompakten Maschine, die in seinem Büro steht, wird die Tasse schließlich eingespannt und vier Minuten auf 200 Grad erhitzt. Dabei löst sich die Farbe aus dem Papier und wird auf die Oberfläche übertragen. „Der Clou ist, dass sich die Polyesteroberfläche nach dem Erkalten schließt, so dass die Tasse glänzt und eine vollkommen glatte Oberfläche hat“, erklärt Schulheiß und streichelt dabei das fertige Produkt. Die Tassen sind spülmaschinenfest, erzählt der Bedburdycker weiter.
Größere Stückzahlen als 300 will er jedoch nicht fertigen. „Die spezielle Farbe und das Papier sind zu teuer. Und die Kosten kann ich nur bedingt weitergeben“, erzählt der frühere Firmenchef, der sich anscheinend wohl fühlt mit seinem neuen Job. Eigentlich hat er ja auf Lehramt studiert, so Schultheiß weiter, „doch ich hätte für einen Teilzeitjob nach Unna ziehen müssen und hier zu viele Kontakte verloren“.
Er habe seinen Beruf an den Nagel gehängt und sich in der Werbebranche selbstständig gemacht. Das Bemalen von Kirmeswagen und Motorradtanks lag ihm und seiner kreativen Ader. Doch als es dann „immer mehr in Richtung Werbeschiene, Schilder und Lichterketten ging“, vermisste er als Firmenchef das Malen und Gestalten.
Nach 21 Jahren verkaufte er sein Unternehmen an zwei Mitarbeiter und arbeitete seither alleine in seinem Haus in Bedburdyck. „Jetzt kann ich kreativ arbeiten. Ich entwerfe Gebrauchsanleitungen und Produktinformation und als Bonbon die Geschenk-und Werbetassen“.
Infos über die Motiv- und Fototassen gibt es unter www.diegeschenktasse.de.
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