Rhein-Kreis Neuss (NGZO). Der Wettbewerb "Jugend forscht" startet in die 15. Runde: Wenn Wissensdrang zu Erfolgen führt – ein Gespräch mit Regionalbetreuer Dr. Ralf Wimmer
Teilnahme und Abgabe
Teilnehmen am Wettbewerb können alle Schüler und Auszubildenden, die nicht älter als 21 Jahre sind. Anmeldeschluss ist der 30. November. Bis zum 12. Januar müssen die Forschungsarbeiten abgeschlossen sein. Am 23. Februar ist dann die Präsentation und Bewertung im Krefelder Seidenweberhaus. Die Online-Anmeldung erfolgt unter www.jugend-forscht.de.
Rhein-Kreis Neuss Unter dem Motto "Entdecke neue Welten" startet Deutschlands größter Wettbewerb für Nachwuchsforscher "Jugend forscht" in die 15. Runde. Den Regionalwettbewerb in Krefeld richtet wieder die Unternehmerschaft Niederrhein aus. Um die jungen Forscher kümmert sich in diesem Jahr zum ersten Mal Dr. Ralf Wimmer, der bei der Unternehmerschaft für den Bereich Arbeitswissenschaften zuständig ist.
Herr Dr. Wimmer, "Jugend forscht" geht in die 15. Runde. Von Jahr zu Jahr hat bis jetzt die Teilnehmerzahl zugenommen. Mit 158 Arbeiten, die 307 Jungforscher eingereicht hatten, war der Krefelder Wettbewerb 2009 zum wiederholten Mal der teilnehmerstärkste in ganz Deutschland. Woran liegt das?
Dr. Ralf Wimmer Den Erfolg des Wettbewerbs kann man nicht nur an einer Ursache festmachen. Da sind zunächst natürlich die Hauptakteure, die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen. Für sie stehen sicher die Herausforderungen, ein Projekt alleine oder mit anderen gemeinsam systematisch zu bearbeiten, die Ergebnisse zu präsentieren und die Aussicht auf eine Auszeichnung im Vordergrund. Zudem hat die Unternehmerschaft Niederrhein als Patenunternehmen unter Federführung des heutigen Hauptgeschäftsführers Hartmut Schmitz den Wettbewerb in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Zugute kam uns dabei auch die langjährige und enge Zusammenarbeit mit Lehrkräften und Ausbildern, zum Beispiel in Arbeitskreisen Schule/Wirtschaft oder in von der Unternehmerschaft Niederrhein initiierten Partnerschaften zwischen Unternehmen und Schulen. Und last but not least ist auch die engagierte Arbeit des Wettbewerbsleiters Peter Popovic ein wichtiger Erfolgsfaktor des Wettbewerbs.
Der Wettbewerb gliedert sich in die Arbeitsbereiche Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Haben Mädchen und Jungen jeweils andere Vorlieben?
Dr. Wimmer Ganz eindeutige Vorlieben lassen sich nicht erkennen. Zwar liegt der Anteil der Mädchen in Biologie meist recht hoch, dafür sind die Jungen in Mathematik/Informatik meistens unter sich. Das sind aber nur Momentaufnahmen. In den vergangenen Jahren sind gerade in den naturwissenschaftlichen Bereichen viele Mädchen mit hervorragenden Arbeiten angetreten. Dass sich die Mädchen nicht an die technischen Themen herantrauen, können wir in unserem Wettbewerb also nicht erkennen, ganz im Gegenteil: Das Dreier-Team, das in diesem Jahr den Bundeswettbewerb im Bereich Arbeitswelt gewonnen hat, bestand aus zwei Mädchen und einem Jungen.
Fördern Ihrer Erfahrung nach die Lehrer die Teilnahme an "Jugend forscht"?
Dr. Wimmer Auf jeden Fall. Die Lehrer tragen zu einem erheblichen Teil zum Erfolg des Wettbewerbes bei. Mit Engagement, Leidenschaft und einem hohen Arbeitseinsatz motivieren sie ihre Schüler und betreuen und begleiten sie durch den Wettbewerb. Gleiches gilt im Übrigen auch für die Ausbilder, die ihre Auszubildenden durch den Wettbewerb begleiten. Dennoch wünschen wir uns natürlich, dass auch noch weitere Lehrer und Schulen an dem Wettbewerb teilnehmen.
Hat sich in den vergangenen Jahren der naturwissenschaftliche Unterricht in den Schulen verändert?
Dr. Wimmer Zum naturwissenschaftlichen Unterricht gehört selbstverständlich das Lernen von Naturgesetzen, von Formeln, von Methoden. Aber die Unterrichtsform hat sich weiterentwickelt. Der Stoff wird "erfahrbarer" vermittelt, das Experimentieren und Anwenden hat einen höheren Stellenwert als früher.
Wer gerne teilnehmen möchte, aber keine Idee für ein Thema hat, kann der sich auch an die Unternehmerschaft wenden? Ebenso der, der bei einem Thema nicht weiterkommt und keine Hilfe in der Schule hat?
Dr. Wimmer Wir stehen als Ansprechpartner den Teilnehmern zur Seite. Wir beantworten Fragen zum Wettbewerb oder helfen bei Startschwierigkeiten. Aber als Patenunternehmen können wir selber keine Wettbewerbsarbeit betreuen. Aber wir würden sicher zumindest versuchen, Probleme in der Betreuung von Arbeiten zu lösen.
Auf was werden die Juroren bei der Bewertung besonders achten?
Dr. Wimmer Die Kriterien, nach denen die Juroren die Arbeiten bewerten, sind bundesweit festgelegt. So wird eine gleichbleibende und hohe Qualität der Wettbewerbsarbeiten gewährleistet. Die Juroren achten zum Beispiel auf die eigenständige Findung und Bearbeitung eines Themas, die Richtigkeit der angewendeten Methoden und der erzielten Ergebnisse, aber auch auf die schriftliche und mündliche Präsentation der Arbeit. Wichtig ist auch, dass die Teilnehmer die Fragen der Jury fachlich richtig beantworten und ihre Vorgehensweise bei der Bearbeitung des Themas erklären können.
Gibt es jedes Jahr Projekte, die selbst die Jury in Erstaunen versetzen?
Dr. Wimmer Wir haben wohl noch keinen Wettbewerb in Krefeld erlebt, der die Jury nicht in Staunen versetzt hat. Wir sehen immer wieder herausragende interdisziplinäre Projekte und Arbeiten, die mehrere Fachbereiche umfassen und in jedem Fachbereich hervorragend bearbeitet wurden. Beeindruckt zeigt sich die Jury auch von Arbeiten der ganz jungen Teilnehmer, die oft über ein Wissen verfügen und Methoden anwenden, die weit über den üblichen Wissensstand der Altersgruppe hinaus gehen.
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