Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Vergessen wir einfach alles, was wir bisher mit dem Begriff „Serviette“ in Verbindung gebracht haben. Vergessen wir, dass Servietten heute in der Regel aus Papier sind, billig, praktisch und leicht entsorgbar. Vergessen wir, Servietten nur als schnöden Gebrauchsgegenstand zu begreifen, als notwendiges Übel, um die verschmierte Schnute von Krümeln und Speiseresten zu säubern.
Ist der Kopf dann erstmal frei, bietet die neue Ausstellung im Kreismuseum Zons die beste Gelegenheit, sich der Serviette auf bislang ungeahnte Weise wieder annähern zu können. „Unser Ausstellungsjahr beginnt mit einem Feuerwerk“, ist Museumsleiterin Angelika Riemann überzeugt. Und jener, der es zündet, saß gestern bei der Präsentation der neuen Schau, gleich mit am Tisch: der in Freiburg lebende Katalane Joan Sallas, Jahrgang 1962, der sich wie kaum ein Zweiter auf die Kunst des Serviettenbrechens versteht. Seit langem erforscht er alte Falttechniken, hat viele Formen entschlüsselt und rekonstruiert.
„Dass die Faltkunst ostasiatischen Ursprungs ist, ist ein großer Irrtum“, sagt er. Vor allem in den deutschsprachigen Ländern gab es diesbezüglich eine hochstehende Kultur, was sich auch in diversen Beschreibungen und Veröffentlichungen der damaligen Zeit wiederspiegelt.
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