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Gesundheitswoche: Fit in den Fünfzigern

VON ANNELI GOEBELS - zuletzt aktualisiert: 30.09.2009 - 21:42

Gesundheitswoche (NGZO). Blutzucker- und Blutfettwerte bestimmen lassen, Hör- und Sehtests, aber auch Vorschläge für Beschäftigungen in der Freizeit: Bei der ersten Gesundheitswoche des Rhein-Kreises standen am Mittwoch die "Best Ager" im Mittelpunkt.

Es piepst – Hörgeräte-Akustiker Nils Tegtmeier (l.) prüft, ob Wolfgang Essers Ohren noch gut funktionieren.   Foto:  A. Woitschützke
Es piepst – Hörgeräte-Akustiker Nils Tegtmeier (l.) prüft, ob Wolfgang Essers Ohren noch gut funktionieren. Foto: A. Woitschützke

Rhein-Kreis Neuss Ein kleiner Picks, schon tropft das Blut aus dem Finger. Doch Heide Ebel verzieht keine Miene. Schließlich lässt sich die 71-jährige Neusserin freiwillig "quälen". Denn um ihre Blutzucker- und Blutfettwerte zu erfahren, muss die Rentnerin schon einen Tropfen ihres kostbaren Lebenssaftes abgeben. Nach wenigen Minuten bescheinigt ihr die Ärztin, dass alles in Ordnung sei. Heide Ebel ist zufrieden und geht zum Hörtest. Gegen Grippe will sie sich auch noch impfen lassen – ihre Freundin Ursula Hess ebenfalls. Doch erst einmal gönnen sich die beiden einen Apfel. Denn davon gibt's reichlich, frisch angeliefert von Schloss Dyck.

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So geht's weiter

Morgen endet die Gesundheitswoche mit dem Thementag "Mann und Frau – kleiner Unterschied – großer Wirkung!? Von 12 bis 20 Uhr werden im Kreishaus zwei Workshops zum Thema Essstörungen (14 und 16 Uhr) sowie neben Info-Ständen sechs Vorträge angeboten, unter anderem ab 14 Uhr "Burnout bei Mann & Frau", ab 16 Uhr "Schlagen Frauenherzen anders?" und ab 19 Uhr "Brustkrebs rechtzeitig erkennen".

Wo dieser Rundumschlag an einem Tag möglich war? Im Lichthof des Neusser Kreishauses. Denn dort begann am Mittwoch der zweite Tag der ersten Gesundheitswoche in Zusammenarbeit mit den St.-Augustinus-Kliniken um 11 Uhr. Über 20 Stände priesen ihre Dienste an – von der Wohnberatung bis hin zu diversen Hilfsdiensten und Hilfsmitteln, die das Leben im Alter erleichtern sollen. Doch, was heißt schon alt? Die eben Über-50-Jährigen waren am Mittwoch weniger anzutreffen, denn die meisten mussten wohl arbeiten. Wolfgang Esser nicht, er hatte einen freien Tag und kam frisch vom Friseur sofort ins Kreishaus. Den Hörtest überstand er gut, auch mit seinen Blutfettwerten war der 52-Jährige zufrieden. Andere Angebote interessierten ihn weniger, doch die "Mischung" gefiel dem Neusser schon.

Dass Selbsthilfegruppen nicht nur bei akuter oder überstandener Krankheit wichtig sind, zeigte eine Gruppe aus Dormagen mit dem Namen "Selbsthilfegruppe Gesundheitsförderung 50plus". Diese war im vergangenen Jahr aus einem VHS-Kursus entstanden. Zu den Gründungsmitgliedern gehören Bärbel Hamlet und Rolf Hirsch. "Bei uns ist niemand krank im eigentlichen Sinn", erklärte Bärbel Hamlet. Es gehe vielmehr darum, Menschen, die sich nicht beschäftigen können, zu helfen und ihnen Angebote zu präsentieren. "Wer geht schon gern allein ins Kino, in die Oper oder ins Theater?", fragte die 65-Jährige. Auch Walken oder Laufen mache im Team mehr Spaß. Jeden ersten Montag im Monat trifft sich die Gruppe im Knechtstedener Klosterhof. "Wer kommen möchte, ist herzlich willkommen", sagte Rolf Hirsch. Verpflichtet sei niemand.

Auch Barbara Hahnemann und ihr Mann Karl waren ins Kreishaus gekommen. Er (70) hatte sich gegen Grippe impfen lassen, sie (57) wollte sich über die Selbsthilfegruppen informieren. Dass das Leben endlich ist, womit sich die gerade Ü-Fünfziger vielleicht nicht so gerne beschäftigen möchten, machte ein Stand des Pharma-Unternehmens Janssen-Cilag deutlich. Dort nämlich stand das Thema "Patientenverfügung" im Mittelpunkt.

Ganz zufrieden mit Angebot und Nachfrage zeigte sich Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky. "Ich glaube, dass hier für jeden Besucher etwas dabei ist", war er sich sicher und hielt es für richtig, dass der Gesundheitstag nun von einer Gesundheitswoche abgelöst worden ist – auch wenn die sich auf ein Drei-Tage-Programm beschränken wird.

Neben den unterschiedlichen Tests konnten die Besucher am gestrigen Nachmittag auch unterschiedlichen Vorträgen lauschen.

Porträt Bärbel Hamlet

Quelle: RP

 
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