Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Misshandelte und vernachlässigte Kinder - in den vergangenen Monaten lösten Meldungen über ausgesetzte und getötete Säuglinge und Kleinkinder Entsetzen und Betroffenheit aus.
Um auch die Hilfe für Kinder, Schwangere und ungeborene Kinder weiter auszubauen, setzen sich die Mitarbeiterinnen der Konfliktberatungsstelle für Schwangere „Frauen beraten / donum vitae“ im Rhein-Kreis Neuss für eine stärkere Vernetzung für das ungeborene und das geborene Leben ein.
Durch die gemeldeten Fälle von Kindesaussetzungen sei die allgemeine Aufmerksamkeit gesteigert und die Bereitschaft erhöht worden, über das eigene Arbeitsfeld hinaus mit allen zur Verfügung stehenden Einrichtungen vorbeugend zusammen zu arbeiten.
Das erklärte die Neusser donum-vitae-Vorsitzende Barbara Benninghaus: „Sexual-pädagogische Arbeit wird daher weiter ein wichtiges Anliegen unserer Einrichtung sein.“ Aufgeklärte Jugendliche könnten Miss-Stände erkennen, auf Hilfe verweisen oder auf Hilfsbedürftigkeit aufmerksam machen.
donum vitae
Die Konfliktberatungsstelle für Schwangere „Frauen beraten / donum vitae“ gibt es im Rhein-Kreis Neuss seit fünf Jahren an der Hamtorstraße 6 in Neuss. Zu erreichen ist sie unter der Rufnummer 0 21 31 / 13 39 39. Eine Telefonische Terminvergabe täglich von 8 bis 13.30 Uhr. Sprechstunden in Grevenbroich und Dormagen nach Vereinbarung.
„Verantwortung muss sozusagen re-sozialisiert werden, aus der Anonymität sozialer Einrichtungen zurückgeholt werden“, wies Barbara Benninghaus darauf hin, dass mit einem Zusammenwirken privater und öffentlicher Hilfe den schockierenden Taten vorgebeugt werden könne. Mit anderen sozialen Einrichtungen müsse enger zusammengearbeitet werden.
„Frauen beraten / donum vitae“ besteht seit fünf Jahren im Rhein-Kreis Neuss, der Zuspruch ist weiter ungebrochen. Etwa 80 Prozent der Gespräche sind Konfliktberatungen. Im Jahr 2005 suchten 367 Frauen Hilfe bei den Mitarbeiterinnen, davon 302 im Konflikt, bei denen es vor allem um partnerschaftliche Probleme, die wirtschaftliche Situation und die berufliche Lage ging.
„Die Frauen, die in unsere Beratungsstelle kommen, haben sich Gespür für Verantwortung erhalten“, so die Vorsitzende. Sonst sähen sie sich nicht in einem Konflikt und damit keinen Anlass für die Beratung. „Wir möchten die Schwangeren, die sich meistens in schweren Krisen befinden, zur Fortsetzung der Schwangerschaft ermutigen“, erläutert Sozialpädagogin Martina Berendt-Laermanns.
„Wir versuchen, mit der Rat suchenden Frau Perspektiven zu entwickeln, damit sie sich für das Kind entscheiden kann“, ergänzt Sozialarbeiterin Christa Schwandner. Denn nur, wenn es Lösungsansätze für finanzielle oder persönliche Probleme gebe, könne sich die Frau für das Kind entscheiden. Viel Kraft werde dafür benötigt, denn: „Etwa die Hälfte der Kindsväter steht nicht zum Baby.“
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