Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Eine Heilige, ein Kriegsheld, ein Fürst, drei Landräte, ein Wissenschaftler, zwei Mundartdichter, zwei Künstler und elf Autoren, die die Biographien dieser Menschen verfasst haben: Voilà! Der fünfte Band „Lebensbilder aus dem Kreis Neuss“ in aller Kürze.
Veröffentlichungen des Kreisheimatbundes
„Lebensbilder aus dem Kreis Neuss“, Band 5, ist im Buchhandel sowie im Kreishaus Neuss, Oberstraße, und im Kreisarchiv Zons, Telefon 02133/530210, erhältlich und kostet zehn Euro.
Die Bände 1 bis 4 sind ebenfalls noch zu bekommen. Darüber hinaus hat der Kreisheimatbund Neuss in der Vergangenheit regelmäßig das „Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss“ herausgegeben (seit 1999). Eine Veröffentlichung jüngerer Zeit sind die Schwieren-Chroniken aus Zons.
Die Aufzeichnungen schildern den Alltag in einer niederrheinischen Kleinstadt und ihrer Umgebung von 1733 bis 1823. Weitere Infos www.kreisheimatbund-neuss.de
Weitere Zahlen gefällig? Insgesamt rund 150 Seiten stark, decken die in dem neuen Buch des Kreisheimatbundes Neuss zusammengefassten Lebensbeschreibungen rund neun Jahrhunderte ab - von Hildegunde von Meer (um 1110/15 - etwa 1186) bis Ludwig Soumagne (1927 - 2003).
Der fünfte Band der „Lebensbilder“, die in den vergangenen 13 Jahren in loser Folge erschienen sind, wird nach Worten von Kreisheimatbund-Präsident Franz-Josef Radmacher „für längere Zeit auch der letzte“ sein.
Das, was in die fünf Lebensbilder-Bände Eingang gefunden hat, lässt die Verantwortlichen mit einem gewissen Stolz zurückblicken. Alles in allem wurden 56 Männer und Frauen, die im heutigen Rhein-Kreis Neuss während der vergangenen 1200 Jahre gelebt und gewirkt haben, porträtiert.
„Die Sammlung ist ein Auszug unserer Sozialgeschichte“, sagt Kreisarchivar Dr. Karl Emsbach und verweist darauf, dass die Reihe der biographischen Kurzbeschreibungen innerhalb des „Jahrbuchs für den Kreis Neuss“ eine lockere Fortsetzung findet.
Gestern also wurde Band 5 auf Schloss Dyck in Anwesenheit der meisten Autoren der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Ort war mit Bedacht gewählt worden, da er in engem Bezug zu einer der dargestellten Persönlichkeiten steht, Fürst Joseph von Salm-Reifferscheidt-Dyck, dem legendären Erschaffer des Landschaftsparks, der das Schloss heute noch umgibt und es weit über die Grenzen des Kreises berühmt gemacht hat.
Neuss, Norf und Hombroich
Während Dyck, der Fürst und sein Garten an Rhein und Erft in unvermindert hohem Ansehen stehen, ist Theodor Schwann womöglich dem Namen nach noch bekannt, Dr. Helmut Gilliam, der sich auf die Spuren des Begründers der Zellenlehre begeben hat, bemerkt.
„Dennoch muss man sich fragen, wie viele Bürger der Stadt und des Kreises Neuss heute noch eine Vorstellung von der weit reichenden Bedeutung und Leistung Theodor Schwanns haben.“ Wer sein Wissen auffrischen möchte, lese also in den Lebensbildern nach ...
Bei vielen, die sich selbst als „alde Nüsser“ bezeichnen und die noch „echt Nüsser Platt kalle könne“, besitzt der 1967 gestorbene Karl Kreiner Kultstatus. Der Lehrer aus Neuss schaute den Neussern sprichwörtlich aufs Maul und schrieb das „Neusser Alphabet“, ein Standardwerk bis heute. An das Leben und Wirken Kreiners erinnert NGZ-Mitarbeiterin Susanne Niemöhlmann.
Zu internationalem Ansehen brachte es hingegen ein schreibender Bäcker aus Norf: Ludwig Soumagne, den Achim Thyssen bei der Buchpräsentation als „zwiespältigen Menschen sich selbst und seinem Publikum gegenüber“ charakterisierte.
Viel von dem Selbstverständnis des preußisch-rheinischen Adels um die Wende des 19./20. Jahrhundert verrät das Lebensbild des Kammerherrn und Landrats Friedrich L. G. Freiherr von der Leyen-Bloemersheim (1854 - 1935), das Herbert Jacobs zeichnet.
Weitere Biographien gelten Jan van Werth, Kaspar Josef von Heinsberg, Johan Thorn Pricker, Matthias Hoeren - über ihn schreibt sein langjähriger Weggefährte Dr. Hans-Ulrich Klose - und Erwin Heerich, dessen Pavillons dem Museum Insel Hombroich sein unverwechselbares Gepräge geben.
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