Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Noch wird fleißig gehämmert, geschraubt, verkabelt und aufgebaut. Mit Poesie hat das relativ wenig zu tun. Doch am Freitagabend werden die Spuren der wochenlangen harten Arbeit wie in Luft aufgelöst sein.
Dann werden Schloss Dyck und sein Park wieder in allen Farben des Regenbogens und deren Abstufungen leuchten, geheimnisvolle Klänge in der Dunkelheit zu hören und zum ersten Mal auch Düfte zu schnüffeln sein. Die fünfte Illumina unter dem Titel „Zauber der Jahreszeiten“ wird am Freitagabend um 20 Uhr eröffnet (Einlass ab 18 Uhr).
„Wir möchten dem Publikum in jedem Jahr etwas Neues bieten“, sagt Jens Spanjer, Geschäftsführer der Stiftung Schloss Dyck. Und Neuheiten, die er mit seinem Produktionsteam Forum InterArt in den historischen Gärten rund um, aber auch am Wasserschloss selbst, in Szene gesetzt hat, kann Regisseur Wolfram Lenssen einige anbieten.
Zum einen ist das Thema ein neues:Lenssen interpretiert - wie es der Titel bereits sagt - die vier Jahreszeiten. „Die Parkräume werden zu Arealen der Jahreszeiten“, sagt der Inszenator. Der wieder mit Kerzen umsäumte Rundgang umfasst 17 Stationen, die so klingende Bezeichnungen wie „Lebenslust des Sommers“, „Eiszeit auf der Gräfte“ oder „Geliehene Erde“ haben.
Der Zuschauer wird bei seinem Rundgang die Jahreszeiten allerdings nicht in chronologischer Reihenfolge wahrnehmen. So kann nach einer angenehm-lauen Frühlingsblüte durchaus ein eisiger Wintereinbruch folgen. Neben den Licht- und Klanginstallationen werden dieses Mal aber auch Gerüche die Besucher schnuppern lassen.
Auge, Ohr und Nase sind also gefordert. Dass der Sommer mit dem Geruch von Lavendel in Verbindung zu setzen ist, verriet Lenssen. Doch mehr wollte der Regisseur nicht ausplaudern. An der Station „Lebenslust des Sommers“ werden übrigens nicht nur spritzige Tarantella-Klänge die Phantasie anregen, sondern auch Olivenbäume einen Hauch Urlaubsstimmung verbreiten.
Zudem können dort köstliche Antipasti geschlemmt werden.Leckereien für den kleinen Appetit oder den großen Hunger gibt es während der Illumina im Bistro Botanica, in/an der Orangerie und im Restaurant Blaikie.
Höhepunkt der 17 Stationen ist das „Fest der Jahreszeiten“ am Schlossweiher. Zwölf Lichtkanonen entlang der Fassade des Schlosses „schießen“ ihre Lichtstrahlen hoch in den Himmel - „ein toller Anblick“, schwärmen die Veranstalter. Anders als im vergangenen Jahr wird ab morgen fast der gesamte Park verzaubert. Dadurch hofft Spanjer, den Besucherandrang auch ein wenig zu entzerren.
Neue Akzente werden auch musikalisch gesetzt. Denn für alle Spielorte wurde die dazugehörige Musik extra komponiert. Ebenso wurden die gesamten Texte neu erarbeitet. Mit knapp 25 000 Gästen im vergangenen Jahr sei die Anlage an ihre Grenzen gestoßen, so Jens Spanjer. Dennoch möchte man diese Zahl auch in den kommenden zehn Tagen erreichen. Finanziert wird das Spektakel durch die Eintrittsgelder und das Engagement von Unternehmen.
Die Kosten lägen im sechsstelligen Bereich, äußerte sich Kreiskulturdezernent und Vorstand der Stiftung Tillmann Lonnes vage. Für alle, die sich nicht an der Kerzenstraße entlangschlängeln wollen, gibt es einen Lageplan mit den 17 Stationen. Außerdem kann ab Freitag die Illumina-DVD erworben werden. Medienpartner der Veranstaltung sind die NGZ und News 89,4.
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