Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Das 3. Niederrhein Musikfestival beginnt am Donnerstag auf Schloss Dyc k. Insgesamt zehn Konzerte stehen bis zum 8. September auf dem Programm , das von Klassik bis Jazz viele Facetten abdeckt.
Rhein-Kreis Neuss Das Ambiente ist fürstlich: Stuck, Deckengemälde, Lüster. Ein nicht ganz alltäglicher Probenraum. Für die Künstler, die beim Niederrhein Musikfestival auftreten, bietet Schloss Dyck indessen mehr: „Wir machen hier neue Erfahrungen“, sagt der Klarinettist Ralph Manno.
Die Begegnungen und das Konzertieren mit anderen Musikern wirke inspirierend. Zugleich seien die Mitwirkenden auch Mitgestalter, was Festivals generell sehr reizvoll mache.
Auch auf Dyck wird sich diese verdichtete Atmosphäre entwickeln, entfaltet sich eine Dynamik, die bei den Proben schon spürbar ist. Am Mittwoch Vormittag bereiteten sich Ralph Manno, Henri Sigfridsson (Klavier) und Guido Schiefen (Violoncello) auf das donnerstägige Eröffnungskonzert (Beginn 20 Uhr) vor.
Angekündigt sind „Klassik-Highlights“, darunter auch das Trio a-Moll von Johannes Brahms. „Ein sehr intimes Stück“, so Manno. „Wir üben die Sprache, nicht den Klang“, gibt er Einblicke in das, auf was sich die Musiker bei ihren Proben konzentrieren. Immer wieder wird der Melodiefluss unterbrochen. „Bin ich zu laut?“, fragt er in die Runde. Dieses Reflektieren, Innehalten und Diskutieren macht deutlich, wie sich die Musiker die Komposition regelrecht erarbeiten.
Anette Maiburg, die die künstlerische Leitung des Festivals übernommen hat, verweist noch auf einen anderen Aspekt, der ihr wichtig ist: Experimentierfreude. Sie bedauert, dass die Lust am Improvisieren, die Kunst, spontan seinen Ideen freien Lauf zu lassen, aus dem (klassischen) Konzertbetrieb fast verschwunden sei.
Ebenso herausfordernd sei es, als Musiker einmal seine gewohnten Pfade zu verlassen, sich auf andere Stilepochen und Richtungen einzulassen. In dieser Hinsicht, so hofft sie, werde das Dycker Festival Akzente setzen und dadurch weiter an Profil gewinnen. Das bedeutet zugleich: Auch dem Publikum wird damit eine gewisse Neugier abverlangt, sich auf Konzerte einzulassen, bei denen eben nicht alles „abgespielt“ wird.
Gelegenheit, diese Erfahrung zu machen, bietet „Improvise now!“. So lautet die Aufforderung an die beiden Musiker, die mit Akkordeon, Banjo und Violine am kommenden Dienstag, 20 Uhr auftreten werden. Noch sei - das verschweigt Susanne Geer als organisatorische Leiterin nicht - der Zuspruch im Vorverkauf zurückhaltend.
Bereit zu sein für Überraschendes, dafür wirbt deshalb Anette Maiburg: „Das muss man gehört haben!“ Und genau das gilt für sie auch für das am Mittwoch, 5. September, 20 Uhr stattfindende Konzert der Kammermusikstipendiaten, bei dem Nachwuchstalente auf hohem Niveau zu hören sind.
Zu einem spannenden Erlebnis könnte auch das Eintauchen in „Klangwelten in der Langen Foundation“ werden. Mit diesem Konzert (Samstag, 1. September) wird der bislang auf Dyck beschränkte Rahmen ausgeweitet; vom Duo für Violine und Cello von Boshuslav Martinu über die Ravel’sche Introduction und Allegro für Harfe, Klarinette, Flöte und Streichquartett bis zu den Folksongs des Komonisten Luciano Berio reicht das Spektrum dessen, was in dem Museum auf der Raketenstation Hombroich an diesem Abend erklingt.
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