Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Freitagabend wird auf Schloss Dyck die Illumina eröffnet, die aus dem Schlosspark ein begehbares Gemälde macht. Das Licht- und Farbspiel findet zum siebten Mal statt und wurde von Wolfram Lenssen konzipiert.
Landrat Hans-Jürgen Petrauschke wagt sich weit vor: "Garantiert gutes Wetter" verspricht er für den Start des Lichtspektakels "lllumina" im Park von Schloss Dyck – und die Wettervorhersage gibt ihm Recht. Beste Voraussetzungen also, um zu erreichen, was für Schloss Dyck gerade in den ersten Tagen wichtig ist: viele Menschen anzuziehen, "die ihre schönen Eindrücke an andere weitergeben und für uns werben", wie Petrauschke es formuliert.
Ob die sehr gute Auslastung von 32 000 Besuchern wie im vergangenen Jahr wiederholt werden kann, wird auch von Wolfram Lenssen abhängen. Der Regisseur vom Forum InterArt, der sich in diesem Falle lieber "Lichtmaler" nennt, hat sich ein Konzept ausgedacht, das von Modest Mussorgskys Komposition "Bilder einer Ausstellung" inspiriert wurde und den Titel "BilderZauber" trägt. "Der Park erzählt was", sagt er, und dieses Mal ging es offensichtlich um die eigene Historie. Lenssen, der die mittlerweile siebte Illumina nicht zum ersten Mal inszeniert, hat sich passend zum großen Restaurationsprojekt des Schlosses für ein Lichtspiel entschieden, das auf die alte Kunst der Landschaftsmalerei verweist. Mit einem Lichtspiel an Farben will er den Park zum Landschaftsgemälde machen – zu einem "begehbaren Landschaftsgemälde", wie Jens Spanjer vom Vorstand der Stiftung Schloss Dyck präzisiert.
Karten und Zeiten
Dauer Ab heute bis einschließlich 12. September, täglich Einlass ab 18 Uhr, Beginn des Lichtspiels mit Einbruch der Dämmerung
Eintritt Neun Euro für Erwachsene, für Kinder von 7 bis 16 ein Euro
Vorverkauf Im Internet www.schloss-dyck-shop.de oder unter Tel. 02182 824290,
Denn der Besucher soll Teil dieser besonderen Ausstellung werden, den Park in neuer Stimmung kennenlernen, in einem neuen Licht sehen. Der Rundweg mit 17 Stationen wird von brennenden Kerzen gesäumt und führt zudem über einen bislang zugewachsenen, aber schon von Fürst Joseph angelegten Pfad, der extra wegen der Illumina wieder zugänglich gemacht wurde. Auch die Bilder bleiben in Bewegung: Manche entstehen und verschwinden sogleich wieder, andere schneiden Bäume oder Sträucher nur an. Besonders augenfällig wird dieses Prinzip direkt am Schloss mit dem "Bild für Dyck".
"Wir lassen ein Bild auf der Fassade entstehen", beschreibt er die Großprojektion. Dafür wurde ein Maler verpflichtet, "aber man sieht nur seine Hand". Die wirft auch mal ein Tintenfass um, so dass das Mal-Spiel mit dem Grundieren der Fassade neu beginnt. Jens Spanjer sieht auch gerade in diesem Bild die Verknüpfung mit der Realität: "Denn auch der Prozess der Fassadenrestaurierung war sehr schwierig und langwierig", sagt er.
Wie viele Kilometer Kabel für die technisch aufwendige Ausleuchtung verlegt wurden, kann Lenssen nur schätzen: "20 bis 25 Kilometer vielleicht." Jens Spanjer hingegen weiß ziemlich genau, wie viele Zuschauer es braucht, um die Illumina ein Erfolg werden zu lassen: "Um die 25 000."
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