Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Die Agentur für Arbeit und der Bildungsträger "Fachwerk" bieten gemeinsam eine ausbildungsbegleitende Hilfe für Jugendliche an. Sie umfasst die Unterstützung in der Schule wie auch im Betrieb.
Sven Lange blickt optimistisch in die Zukunft: Seine Ausbildung im Supermarkt macht ihm viel Spaß, und auch in der Berufsschule kommt der 19-jährige Grevenbroicher dank der ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) gut mit. Dabei handelt es sich um eine Form der Nachhilfe – finanziert von der Agentur für Arbeit und angeboten durch den Bildungsträger "Fachwerk".
Bereits seit dem ersten Tag seiner Ausbildung zum Verkäufer nutzt Sven Lange dieses für ihn und seinen Ausbildungsbetrieb kostenlose Angebot. Seine Chefin habe gesagt: "Ich nehme dich, aber mit der Schule muss das klappen", erinnert sich Sven, der inzwischen im zweiten Lehrjahr ist. Nötig ist die zusätzliche Unterstützung bei ihm, weil er in der Schule Schwierigkeiten hatte.
Nach der Hauptschule schloss der 19-Jährige einen berufsvorbereitenden Lehrgang beim Kolping-Bildungswerk an und machte dann mit einem Langzeitpraktikum im Supermarkt weiter. Das wird ihm nun auf seine Lehre angerechnet. Zunächst sei er skeptisch gewesen, als man ihm die Teilnahme an "abH" nahegelegt habe, sagt Sven Lange. "Ich dachte, ich käme auch ohne klar."
Standorte
Bildungsträger "Fachwerk" Standorte im Rhein-Kreis
Standort Neuss Gielenstraße 65-69, 2. OG, Telefon: 02131 1 33 06 26.
Standort Grevenbroich: Rheydter Straße 39-41, 1. OG, Telefon: 02181 / 2 13 05 15.
Standort Dormagen Kölner Straße 30, Telefon: 02133 / 53 78 31. Organisation "Fachwerk" ist ein anerkannter Träger zur Förderung der beruflichen Weiterbildung mit rund 60 Standorten.
Info www.fachwerk-ev.de.
Aber dann stellten sich die Erfolge ein, und damit änderte sich seine Einstellung: Die Zwischenprüfung ist ihm gut gelungen, "und meine Chefin hat mir schon zugesichert, dass ich das dritte Ausbildungsjahr zum Einzelhandelskaufmann anhängen kann", berichtet er stolz. Zweimal in der Woche geht er nach der Berufsschule zum Unterricht bei "Fachwerk", vor Prüfungen häufiger.
Neben den Fachlehrern kümmert sich dort auch Sozialpädagogin Carmen Monsieur um die Auszubildenden. Die hätten bei ihr "all inclusive" gebucht, meint sie lachend: "Sie finden hier bei allen Fragen und Problemen rund um die Ausbildung einen Ansprechpartner." Deshalb gefällt ihrem Chef Manfred Pütz-Vormann der Begriff "Nachhilfe" in diesem Zusammenhang auch weniger gut: "Ausbildungsbegleitende Hilfen sind weitaus mehr", betont er.
Neben dem Stützunterricht in allen Fächern der Berufsschule und der sozialpädagogischen Betreuung bekämen die Azubis Tipps zum effektiven Lernen, zum Umgang mit Prüfungsangst oder zur Vorbereitung auf Referate an die Hand. Oft sei es drüber hinaus zunächst nötig, das Selbstwertgefühl der Teilnehmer zu stärken.
Viele hätten vorher zu häufig gehört: "Du kannst ja nichts!" Ausbildungsbegleitende Hilfen richten sich in erster Linie an diejenigen Jugendlichen, bei denen der Ausbildungsabschluss gefährdet ist oder die Probleme mit der deutschen Sprache haben. "Sie sind nicht für den gedacht, der sich von einer Drei auf eine Zwei verbessern will", stellt Pütz-Vormann klar.
Einige kämen für ein paar Monate, andere für die komplette Zeit der Lehre. Gelernt wird nach einem individuellen Förderplan in kleinen Gruppen.
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