Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Osterath Georg Langguth sitzt vor einem überdimensional großen Bildschirm. Ein Mausklick und unmittelbar danach sieht der Betrachter mehrere kleine Bilder - das Innere eines Büros, den Eingang des Unternehmens in Osterath an der Breite Straße, das Treppenhaus. Gibt Georg Langguth eine bestimmte Uhrzeit ein, dann sieht der erstaunte Laie die betreffenden Ort genau zu dieser Zeit, etwa in der Dunkelheit um 24 oder im Nebel morgens gegen 6 Uhr.
Überwachung rund um die Uhr? Sicher für den Privatmann, der nicht gerade wertvolle Gemälde in seiner Villa hängen hat, uninteressant. Doch für den Einzel- und Großhandel, Parkhäuser und -plätze, Lagerhallen, Krankenhäuser, Busse, Straßenbahnen und Züge, um nur einige Beispiele zu nennen, durchaus eine Investition, die sich bezahlt machen kann. „digivod“ lautet das Zauberwort - „digital video surveillance“, ein digitales Videoüberwachungs- und Managementsystem.
urscom nutzt die Tatsache, dass die digitale Technik insbesondere bei der Bildbearbeitung und -verwaltung klare Vorteile gegenüber analogen Techniken aufweist. „Denn“, so erklärt es Geschäftsführer Langguth, „einerseits entfällt das aufwändige Handling und die kostspielige Archivierung physischer Datenträger, andererseits kann aufgrund digitaler Speichermedien schnell auf gewünschte Videosequenzen zurückgegriffen werden.“ Mensch und Raum werden nicht aus den Augen gelassen. Bei Unregelmäßigkeiten wird Alarm geschlagen.
Die volldigitale Videomanagement-Lösung entwickelte das Osterather Unternehmen mit Spezialisten des Frauenhofer Instituts für Nachrichtentechnik Berlin. Eine flexible Lösung, denn digitale Netzwerkkameras benötigen keine aufwändige Verkabelung, sondern nutzen bestehende Netzwerke. WLAN-Kameras ermöglichen sogar eine drahtlose Installation. So lassen sich die Kamera-Standorte immer wieder verändern.
Beispiel Einzelhandel Dort könne mit verhältnismäßig wenig Aufwand der gesamte Verkaufs- und Kassenbereich überwacht werden, informiert der 62-Jährige. Besucherströme könnten erfasst und analysiert werden, um die Laufwege der Kunden festzustellen. Und die „Strecke“, die von den meisten frequentiert wird, eigne sich am besten, um auf besonders Angebote aufmerksam zu machen. Also auch Marketing-Aspekte werden berücksichtigt.
Beispiel Verkehrsbetriebe Mit „digivod“ können Fahrgäste gezählt und kann gegen Vandalismus vorgegangen werden.
Beispiel Logistikbranche Nach der Erfassung kann der Weg der Ware genau verfolgt werden, kein verzweifeltes Suchen in riesigen Hallen mehr, wenn plötzlich eine Kartonage nicht mehr zu finden ist.
Die urscom GmbH ist 1986 als IT-Handelshaus entstanden, wurde IBM-Partner für Großrechner, Hochgeschwindigkeits- und Industriedrucker. Heute hat das Unternehmen 31 Mitarbeiter, in erster Linie Diplom-Mathematiker und -Informatiker sowie System-Techniker. Langguth selbst ist Kaufmann. Außerdem gibt es fünf Azubis.
Der Name „urscom“ ist übrigens auf den Hund einer Angestellten zurückzuführen, der „ursus“, übersetzt „Bär“, hieß. Manchmal können Lösungen denkbar einfach sein.
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