Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss (NGZ) Eine Fahrt auf dem Riesenrad, süße Zuckerwatte und Losbuden: Das ist Kirmes. Zurzeit ist Hochsaison für die beliebten Volksfeste. Aber warum feiern wir überhaupt Kirmes?
Dieser Frage sind die Volkskundler im Amt für rheinische Landeskunde in Bonn nachgegangen: „Das Wort Kirmes geht auf das mittelhochdeutsche Wort ’Kirmesse’ zurück und bezeichnet ursprünglich die Messe, die zum Kirchweihtag gelesen wurde. Das Kirchweihfest wurde jedes Jahr am Gedenktag der Einweihung der jeweiligen Ortskirche gefeiert“, erklärt Dr. Alois Döring.
Besonders seit dem 19. Jahrhundert haben sich neben den traditionell kirchlich geprägten Kirmesfesten aber auch andere Formen etabliert: die Früh-, Nach- und Spätkirmes, Herbst-, Fisch-, Reibekuchen- oder Zwetschgenkirmes. Bereits Papst Gregor der Große soll die Anweisung gegeben haben, heidnische Opferfeste im christlichen Sinne umzuformen. In Zelten aus Baumzweigen, die um die Kirche gebaut werden, finden darum schon im sechsten Jahrhundert gemeinsame Mahlzeiten statt.
Im Mittelalter kommt erstmals die Idee auf, an den Kirmestagen Spiele für Erwachsene und Jugendliche anzubieten. Immer beliebter wird später auch der Kirmestanz. „Ganz spezielle Wettbewerbe sind verloren gegangen, aber das Schürreskarrenrennen ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden“, so Döring. Besonders im Köln-Bonner Raum, in der Nordeifel und im Bergischen Land findet man diesen Brauch seit Anfang des 20. Jahrhunderts.
Im Raum Köln-Bonn-Siegburg, im Bergischen Land, in der Nordeifel und im Gelderland wird der Kirmesmann, eine mit Stroh ausgestopfte und mit Lumpen bekleidete, lebensgroße Puppe aufgehängt. Ein Kirmestreiben wie wir es heute kennen, entwickelte sich im 19. Jahrhundert. Seit den 1820er Jahren gab es die ersten Fahrgeschäfte.
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