Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Von einem Märchen von des Kaisers neuen Kleidern war die Rede. Von der Zementierung einer Monopolstruktur. Und vom Miesmachen. Das war vor zwei Wochen, als die Politik über den von Landrat Dieter Patt initiierten Energiepakt stritt.
Am Mittwoch im Kreistag hörte sich das schon alles wieder ganz anders an. Die Fraktionen setzten Zeichen der Annäherung und forderten eine sachorientierte Debatte über zukunftsweisende Umweltprojekte im Rhein-Kreis Neuss.
„Klimaschutz rechnet sich für die Kreisgemeinschaft“, so Rainer Thiel (SPD). Der Sozialdemokrat legte Vorschläge zur Ausgestaltung des Energiepakts auf den Tisch, die nachher einmütig in die zuständigen Gremien verwiesen wurden.
So soll sich der Kreis am „Investitionspakt zur energetischen Erneuerung der sozialen Infrastruktur“ von Bund und Land beteiligen und auch eigene Mittel zur Verfügung stellen.
Damit sollen öffentliche Gebäude zukunftsfest gemacht werden durch den Austausch von Heizungen, den Einbau von Wärmschutzfenstern oder den Einsatz von Sonnenkollektoren.
Ein Programm zur Förderung privater Initiativen zur lokalen Nutzung von Solarenergie soll laut SPD mit jährlich 100 000 Euro gefördert werden. Den gleichen Betrag wollen Thiel und seine Mitstreiter für ein „Klimabüro“ ausgeben, in dem die entsprechenden Beratungs- und Unterstützungsangebote gebündelt werden sollen.
„Mit Interesse“ vernahm CDU-Fraktionschef Lutz Lienenkämper die Tatsache, „dass der Energiepakt zuerst als heiße Luft diffamiert worden ist, und jetzt muss die SPD zugeben, dass damit eine Fülle von Chancen verbunden sind“.
Mit der Initiative könne „die Metamorphose des Rhein-Kreises Neuss zu einem modernen Energiestandort“ weiter beschleunigt werden. „Wenn die SPD jetzt auf den fahrenden Zug aufspringt, ist das eine Bestätigung für den Landrat und unsere Energiepolitik“, sagte Lienenkämper.
Thiel konterte: Die SPD habe lediglich Fragen gestellt. „Die Stellung der CDU zu Windrädern und Solarenergie ist nämlich anderes als die des Landrats im Energiepakt, und an solchen Dingen kommt man nicht vorbei, wenn man den Kohlendioxid-Ausstoß vermindern will“, so der Politiker.
Die von ihm präsentierten Vorschläge fand Bijan Djir-Sarai (FDP) „durchaus vernünftig“, und Margarete Mehl von den Grünen drängte bereits darauf, „jetzt konkrete Projekte anzupacken“.
Landrat Patt gab den Rahmen für die Beratung in den Ausschüssen vor: „Ziel des Energiepakts ist es, einiges in Bewegung zu setzen - aber nicht so, dass der Rhein-Kreis Neuss alles selbst macht.
Dazu sind Partner aus den Unternehmen, aus Wissenschaft und Forschung nötig.“ Wichtig sei es, konkrete Vorhaben ernsthaft in Angriff zu nehmen, „und dazu benötigt man Zeit“. Und die habe man. „Wir haben noch ausreichend Gelegenheit, uns damit zu beschäftigen und sind für jede Anregung dankbar“, schloss sich Patt der allgemeinen Annäherung an.
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