Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Ein Kilo Delba oder lieber doch Elstar? Kommt auf den Geschmack an - der eine schmeckt eher süßlich, der andere fein-säuerlich. Doch auch auf Gala, Jona Gold oder Rubinette, der „Cox Orange-Ersatz“, kann der Kunde zurückgreifen oder besser kraftvoll hineinbeißen.
Aus der Region
„Aus der Region für die Region“ lautet der Titel einer Broschüre, in der aufgeführt wird, welche landwirtschaftlichen Erzeugnisse im Rhein-Kreis Neuss wo gekauft werden können. Unterteilt werden die Produkte nach tierisch und pflanzlich. Informationen dazu gibt es auch im Internet unter www.agrarregio.de.
Und bitte eins beachten: Den Apfel nicht schälen, denn direkt darunter tummeln sich die Vitamine.
Donnerstag warben die Landwirte des Rhein-Kreises Neuss für ihre Produkte. Verkauft werden die saftigen Früchte in erster Linie in den Hofläden - sozusagen vom Baum direkt auf die Ladentheke, lange Transportwege ausgeschlossen.
„Bei uns reifen die Äpfel am Baum“, sagt Franz-Josef Küppers vom Hasselshof in Holzbüttgen. Das sei bei Äpfeln in Neuseeland anders - die würden gepflückt und reifen dann drei Monate auf dem Schiff.
Großen Wert legen die Landwirte darauf, die Produkte kenntlich zu machen. „Die Verbraucher achten immer mehr darauf, Produkte aus der Region zu kaufen“, sagt Wolfgang Wappenschmidt, Kreisbauernvorsitzender.
„Wir müssen beste Qualität abliefern, sonst verlieren wir unsere Kundschaft im Handumdrehen“, weiß Thomas Scheufen vom Buschhof in Hochneukirch. Auch er bietet in seinem Hofladen eigene Äpfel an. Die liefert er zudem an „Kollegen“ für ihre Läden und erhält im Gegenzug Kartoffeln.
Auch hat er die Erfahrung gemacht, dass viele Kunden mit Allergien die hiesigen Äpfel sehr gut und ohne Probleme vertragen. „Wir benutzen keine Pflanzenschutzmittel“, erklärt sich Scheufen dieses Phänomen. Um für ihre Produkte zu werben, veranstalten die meisten Landwirte regelmäßig Hoffeste.
Dabei handelt es sich um Familienfeste, bei denen nicht nur die „Verkaufsschlager“ vorgestellt werden, sondern auch einige Attraktionen, wie zum Beispiel altes zum Teil längst vergessenes Handwerk, gezeigt werden.
Johannisbeeren und Zwetschgen bietet Bruno Kallen aus Glehn an. Pflaumenzeit ist noch bis Mitte September, also noch Zeit genug, die ovalen Früchtchen entweder so zu vernaschen oder aber Omas gutes altes Pflaumenkuchen-Rezept aus der Truhe zu holen und anzurühren. Auch Kallen ist davon überzeugt, dass die Verbraucher immer mehr Wert darauf legen, heimische Produkte einzukaufen.
Die Lebensmittelskandale der vergangenen Jahre haben die Leute aufgeweckt. Wichtig ist nicht mehr nur der Preis, sondern in erster Linie die Herkunft. Die Kunden verbinden sozusagen mit den Waren, die sie kaufen, ein Gesicht, nämlich das des zuständigen Anbauers. „Das ist eine hohe Sicherheit für den Käufer“, so Wappenschmidt.
Die hiesigen Obstanbauer verkaufen aber nicht nur im eigenen Laden, sondern auch an Einzelhändler, die wiederum die Ware auf Märkten feilbieten. „Wir liefern auch nach Mönchengladbach und Wuppertal“, berichtet Bruno Kallen. 80 Prozent der Apfelernte ist bis Mitte September eingefahren.
Die letzten Früchte werden erfahrungsgemäß Mitte Oktober gepflückt. Gekauft werden können sie dann allerdings bis Juni. Nach kurzer apfelloser Zeit geht’s wieder von vorne los. Auf frische Vitamine muss allerdings währenddessen niemand verzichten. Schließlich ist der Juni bekannt für süße, saftige und leuchtend rote Erdbeeren.
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