Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Am Ende versprach Nikolaj W. Ljubimow sogar, Deutsch lernen zu wollen. So sehr hatten sich der Wirtschaftsminister der Region Kaluga und die Vertreter des Rhein-Kreises am Freitag bei einer Stippvisite des russischen Repräsentanten im Kreishaus angenähert.
Wirtschaftliche, kulturell, im Sport - in vielen Bereichen könne man kooperieren, waren sich beide Seiten einig. Der Rhein-Kreis plant, eine ständige Repräsentanz Kalugas zu installieren. Ab September 2007 soll ein Büro (wahrscheinlich) an der Königstraße im ehemaligen chemischen Untersuchungsamt installiert werden, hatte Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke erklärt.
Der Kuschelkurs mit Kaluga hat ein zwölf Jahre langes Vorspiel. Bereits im Jahre 1994 knüpfte der Düsseldorfer Unternehmer Rolf Schmolz (Hydraulik-Union Schmolz) erste Kontakte in die Region. Schmolz vermittelte auch die ersten Bande zwischen Kaluga und dem Rhein-Kreis Neuss. Zehn Jahre später wurde die „Absichtserklärung über die wirtschaftliche Zusammenarbeit auf administrativer Leitungsebene“ geschmiedet. Es folgte die Reise einer Delegation aus dem Rhein-Kreis Neuss nach Kaluga im vergangenen Jahr. „Gute Kontakte haben sich seitdem entwickelt“, sagte Kreiswirtschaftsförderer Jürgen Steinmetz - konkrete Beispiele zu nennen sei allerdings schwierig.
Die Vermittlung zwischen deutschen und russischen Unternehmern zu erleichtern, das ist das Ziel von Dr. Irina A. Morozova. Sie ist in der Schmolz-Gruppe verantwortlich für die Unternehmensentwicklung und versprach besondere „Unterstützung für Firmen aus dem Rhein-Kreis Neuss“ und sogar „Geschäftsanbahnungen“.
Chancen sieht Rolf Schmolz branchenübergreifend: Vom Maschinenbau über IT bis hin zur Telekommunikation. Schmolz: „Auch die Baubranche boomt.“ Er glaubt indes, dass es nicht mehr reicht nach Russland zu exportieren. Man müsse schon vor Ort tätig werden. Noch, glaubt Schmolz, ist die Gelegenheit günstig: „Die Grundstückspreise sind günstig, und ein Mitarbeiter in Russland kostet 250 Euro im Monat“, sagte er. Doch die Preise steigen zunehmend.
Wirtschaftsminister Nikolaj W. Ljubimow führte neben der wirtschaftlichen auch soziale Komponenten als einen Schlüssel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in den kommenden Jahren ins Feld. Er könne sich vorstellen, eine Ausstellung mit Stücken aus dem Kosmonautenmuseum in Neuss zu initiieren.
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