Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Zu Karneval ist (fast) alles erlaubt, auch eine feine Selbstbespiegelung. Die karnevalistische Chance nutzte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke beim gestrigen Prinzenempfang der Kreispolizeibehörde im Zeughaus und schlüpfte in die Rolle des "Teufels(kerls)".
Offenbar mit großem Erfolg, denn nach Stunden musste der Polizei-Chef des Rhein-Kreises schon seine sportliche Fitness unter Beweis stellen, um angesichts des Ordensegens noch eine gerade Haltung an den Tag legen zu können. Bis mittags baumelten 19, zum Teil großformatige, Orden der einzelnen Karnevalsgesellschaften um seinen Hals. Plus einer Mettwurst, die traditionell von den Karnevalisten aus Langst-Kierst überreicht wird.
Petrauschke freute sich über diesen Zuspruch ebenso wie sein Stellvertreter, Jürgen Steinmetz. Der verriet, dass die Karnevalsorden, die er im Laufe der Jahre überreicht bekommt, ins Heimatmuseum nach Zons wandern und dort einen Teil der Karnevalsgeschichte des Rhein-Kreises bilden. Die "Dorfgrafen" aus Gohr sorgten immerhin für Abwechselung, sie schenkten ihm eine schmucke Kaffeetasse.
Zur 36. Auflage des Prinzenempfangs der Kreispolizeibehörde kamen närrische Würdenträger aus allen Kommunen nach Neuss, Prinzenpaare und Dreigestirne, insgesamt 50 Karnevalsgesellschaften. Ihnen wurde wie in den Vorjahren ein schwungvolles Programm geboten. Den meisten Beifall bekam die Tanzgarde der Neusser Polizei: zehn Männer und Frauen, von der Angestellten bis zum Hauptkommissar, die in bunten Kostümen und zum Motto "Mobile Wache" eine flotte Sohle auf die Bühne legten.
Sehr zur Freude von Trainerin Peggy Dusend. Selbst begeisterte Karnevalistin und bei den Karnevalsfreunden Grefrath aktiv, hatte sie vor sieben Jahren die Idee, ein hauseigenes Ballett auf die Beine zu stellen. "Anfangs wollten keine Frauen mitmachen", sagte sie lachend, "aber jetzt sind alle mit Begeisterung." Probleme bereitet nur das Training, das durch Spät- und Nachtdienste erschwert wird.
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