Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Neuss (-tz.-) Deutschlands Manager sind größtenteils trotz hoher Anforderungen zufrieden mit ihrem Job. Das ergab eine Untersuchung, deren Resultate die Fachhochschule für Oekonomie & Management (FOM) am Donnerstag in Neuss vorgelegt hat. Bundesweit nahmen rund 200 Fach- und Führungskräfte an der Befragung teil. „Geschäftsführer und Selbstständige arbeiten durchschnittlich 52 Stunden pro Woche“, fasst Professor Dr. Burghard Hermeier, Rektor der FOM und Projektleiter der Studie, das markanteste Ergebnis zusammen.
Bei der Umfrage wurden die leitenden Angestellten unter anderem nach ihrer Einschätzung des persönlichen Arbeitspensums, des Einkommens und der Perspektiven für das neue Jahr befragt. Die Aktion war im Rahmen von Managementseminaren und Tagungen an der FOM in Angriff genommen worden.
Unter den Befragten befanden sich 16 Prozent Unternehmer, 14 Prozent Geschäftsführer, 29 Prozent Angestellte mit Personalverantwortung und 41 Prozent Angestellte ohne. Alle Teilnehmer verfügen über mehrjährige Berufserfahrung und sind überwiegend im kaufmännischen Bereich tätig.
Die Mehrzahl der Befragten - ungefähr 26 Prozent - bewegt sich im Rahmen einer Wochenarbeitszeit von 46 bis 50 Stunden. 24 Prozent kommen auf 41 bis 45 Wochenstunden. Beinahe ein Viertel der Befragten investiert an sieben Tagen sogar mehr als 51 Stunden in die Arbeit. Demnach ist fast jeder Zweite über 45 Stunden pro Woche im Dienst. 51 Prozent der Befragten opfern zusätzlich noch bis zu drei Samstage pro Monat für den Job.
„Spitzenreiter“ in Sachen Arbeitszeit sind die selbständigen Unternehmer und die Geschäftsführer beziehungsweise leitenden Angestellten. Beide Gruppen kommen auf durchschnittlich etwa 52 Stunden Arbeit pro Woche. Angestellte mit Personalverantwortung verbringen pro Woche etwa 48 Stunden am Arbeitsplatz, Angestellte ohne zirka 42. „Obwohl die 40-Stunden-Grenze regelmäßig überschritten wird, zeigen sich die meisten Befragten mit dem persönlichen Zeitaufwand für den Beruf zufrieden“, meldet die FOM.
Rund 77 Prozent der Teilnehmer stufen das eigene Arbeitspensum als „genau richtig“ ein; lediglich 22 Prozent beurteilen es als „zu hoch“. Mit der Übernahme von mehr Verantwortung wächst der Arbeitsaufwand überdurchschnittlich. Professor Hermeier: „Der größere Entscheidungsspielraum entschädigt aber für den Mehraufwand und führt zu überdurchschnittlicher Arbeitszufriedenheit.“ Durchweg beklagt wurde allerdings die Tatsache, dass Freizeit und Familie unter den Anforderungen des Berufs litten.
Über die Hälfte der Befragten (nämlich 54 Prozent) gab an, dass ihnen berufsbedingt „zu wenig“ Zeit für Freizeit und Familie bliebe. Vor allem in der Gruppe der selbständigen Unternehmer sowie der Geschäftsführer ist dieser Eindruck besonders deutlich: Knapp 65 Prozent haben im vergangenen Jahr nach eigenem Empfinden nur sehr wenig Zeit für das Familienleben und ihre Hobbys aufbringen können.
Der aktuelle Trend zu einem überwiegend optimistischen Blick auf Gegenwart und Zukunft in Deutschland spiegelt sich auch in der FOM-Umfrage wider. Mit dem geschäftlichen Erfolg zeigten sich 57 Prozent der Befragten „zufrieden“, 20 Prozent sind sogar „sehr zufrieden“. Etwas weniger enthusiastisch fällt die Bewertung der persönlichen Einkommensverhältnisse aus: Hier äußerten nur 61 Prozent Zufriedenheit, 31 Prozent gaben an, mit ihrem Gehalt „weniger zufrieden“ zu sein.
Für das Jahr 2007 rechnen 46 Prozent mit einer „günstigen“ Einkommensentwicklung. Die Einschätzung der persönlichen Karriereperspektiven fällt ähnlich aus: 57 Prozent halten sie für „günstig“ beziehungsweise „sehr günstig“.
Die Erkenntnis, dass lebenslanges Lernen in Zukunft unverzichtbar sein wird, hat sich bei den Angehörigen der kaufmännischen Berufe durchgesetzt. Quer durch alle Berufsgruppen wird regelmäßige Weiterbildung als „Motor“ für die eigenen Perspektiven angesehen. Für 98 Prozent der Befragten ist Weiterbildung ein entscheidender Faktor für die Karriere. „Dass trotz der hohen Arbeitsbelastung der persönlichen Weiterbildung immer größere Bedeutung beigemessen wird, ist beachtlich“, sagt Rektor Hermeier.
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