Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Der Hilferuf der Aluminiumhütte Rheinwerk, der wegen hoher Stromkosten und drastisch gesunkener Alumiumpreise das Aus droht, geht nicht nur bundesweit durch die Medien, er findet sein Echo auch im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Am Freitag meldete sich dort Staatssekretär Jochen Homann mit einem Vorschlag zu Wort, der das Neusser Unternehmen mit seinen 650 Beschäftigten hoffen lässt: Danach soll schnellstmöglich eine Strompreiskompensation für besonders stromintensive Industrien eingeführt werden.
„Es kann nicht sein, dass wir in Deutschland sehenden Auges die stromintensiven Industrien mit ihren Arbeitsplätzen ins Aus manövrieren“, sagt Homann. Die Strompreise seien, auch durch den Emissionshandel, hoch getrieben. Der Staatssekretär schlägt vor, umgehend aus den Einnahmen des Emissionshandels einen wirksamen Kompensationsmechanismus aufzubauen, so wie es für die dritte Handelsperiode des EU-Emissionshandels ausdrücklich vorgesehen ist.
Dabei drängt Homann auf eine rasche Lösung: „Wir brauchen diesen Kompensationsmechanismus schon jetzt, denn es nutzt dem Ertrinkenden nichts, wenn ihm der Rettungsring erst 2013 zugeworfen wird.“ Die hohen Stromkosten in Deutschland führen dazu, dass insbesondere stromintensive Industrien - das Rheinwerk in Neuss ist ein Paradebeispiel - nicht mehr kostendeckend produzieren können (die NGZ berichtete).
Das Wirtschaftsministerium wird daher, so hieß es gestern in Berlin, kurzfristig der Bundesregierung ein Konzept zur Stromkosten-Kompensation vorschlagen. Hydro Aluminium sprach gestern von einer „wichtigen Neuigkeit“, wollte den Vorstoß aus dem Wirtschaftsministerium ohne weitere Detailnformationen jedoch noch nicht kommentieren.
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