Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Der Slogan „Sport für alle“ klingt gut. Aber wer denkt beim Hören automatisch auch an (Schwer-)Behinderte?
Weil dem noch nicht so ist, startet der Rhein-Kreis Neuss nun einen Wettbewerb, um das Verbindende des Sports und seine breiten Möglichkeiten, behinderte Menschen zu integrieren, stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Am Mittwoch stellten Kreissportdezernent Jürgen Steinmetz und Dieter Welsink als Vorsitzender des Kreissportausschusses und Kreissportbundes im Kreishaus Neuss die Ausschreibung vor.
Ziel des Wettbewerbs ist es, Vereine, Einrichtungen, Schulen und Institutionen verschiedenster Art zu mobilisieren, umsetzbare Projekte und Aktionen, die das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung fördern, zu erarbeiten beziehungsweise bereits bestehende Projekte vorzustellen. Dabei haben die Initiatoren des Wettbewerbs auch im Blick, dass die Vergrößerung des Sportangebots für behinderte Menschen zugleich positive Impulse für die Mitgliederentwicklung eines Vereins haben könnte. Das bedeutet aber zugleich, dass Übungsleiter entsprechend geschult beziehungsweise gefunden werden müssen.
Was den Erfolg der Ausschreibung betrifft, herrscht gespannte Erwartung: „Wir wollen uns überraschen lassen“, so Steinmetz, der daran erinnert, dass allein im Rhein-Kreis Neuss 31 000 Schwerbehinderte leben - bundesweit liege die Zahl bei 6,9 Millionen, mit steigender Tendenz. Dieter Welsink wiederum weiß, dass es „in den Vereinen ganz viele Ideen gibt“, um behinderte Menschen einzubinden. Der Wettbewerb ruht also auf einem soliden Fundament.
Angesprochen sind alle Altersgruppen. Auch soll keine Form von Behinderung ausgenommen sein -egal ob motorisch eingeschränkt, sehbehindert, gehörlos, geistig und mehrfach behindert. Die Darstellung der Wettbewerbsbeiträge soll sich nach folgenden Kriterien orientieren und benennen: Projektträger, Ausgangssituation, Projektidee, Ablauf der Maßnahme, praktische Umsetzung, Kosten. Einsendeschluss des mit insgesamt 10 000 Euro dotierten Wettbewerbs ist der 31. Oktober. Die Teilnahme von Einzelpersonen ist ausgeschlossen. Die Jury ist mit Vertretern der Kreistagsfraktionen, des Kreissportbundes und Vertretern aus dem Behindertensport besetzt. Schon Mitte November will das Gremium über die eingereichten Beiträge beraten.
Am Donnerstag in der NGZ: Bericht Geld für die Eingliederung
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