Lokale Wirtschaft (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Über Vor- und Nachteile der elektronischen Steuererkläung (Elster) sprach die NGZ mit Thomas Schnettler, Steuerberater bei der Kanzlei KBHT Kalus + Hilger in Neuss.
Herr Schnettler, wie macht der Profi seine Einkommensteuererklärung? Arbeiten Sie mit Elster?
Thomas Schnettler Wir arbeiten auch mit Elster - allerdings nicht mit dem kostenlosen Steuerprogramm, sondern mit einer kommerziellen Software, in die Elster eingebunden ist.
Ist es denn für den Privatmann sinnvoll die Steuererklärung elektronisch zu übermitteln - oder eher für Profis?
Schnettler Das hängt natürlich von Inhalt und Schwierigkeitsgrad der Steuererklärung ab. Wer nur Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit bezieht, für den ist Elster sicherlich eine gute Option. Schwierige Erklärungen sollten immer durch den Profi erstellt werden.
Welche Vorteile bietet Elster gegenüber der Steuererklärung in Papierform?
Schnettler Ein Vorteil ist sicherlich, dass man die Daten des jeweiligen Vorjahres problemlos übernehmen kann. Außerdem prüft das Programm formale Fehler ab. Zudem müssen nicht alle Belege eingereicht werden. Zum Beispiel müssen nicht Belege über Arbeitsmittel, Nachweise über Beiträge an Berufsverbände oder Bestätigungen zu Lebens- oder Haftpflichtversicherung beim Finanzamt abgegeben werden.
Andererseits hat die Finanzverwaltung sicherlich kein Interesse daran, Steuerpflichtigen Spartipps zu geben.
Schnettler Nein, Tipps werden bei Elster nicht gegeben.
Spart man durch Elster wirklich viel Zeit, wie von der Finanzverwaltung angepriesen?
Schnettler Ja, die Bearbeitungszeit ist schneller. Ich habe Erklärungen teilweise nach vier Wochen Bearbeitungszeit wiederbekommen. Schriftliche Anträge dauern üblicherweise deutlich länger .
Ist die Datenübermittlung sicher?
Schnettler Ja, das ist sicher.
Haben Sie noch einen Steuertipp für die NGZ-Leser?
Schnettler Oft vergessen Steuerpflichtige zum Beispiel Handwerkerrechnungen als haushaltsnahe Dienstleistungen oder Kinderbetreuungskosten anzusetzen. Für alle diejenigen, die keine Erklärung abgeben, weil sie zum Beispiel nur Zinsabschlagsteuer von 15 Euro zurückbekämen, ist Elster eine gute Möglichkeit, mal die Steuer zu machen.
Neue Elster im Internet
In Nordrhein-Westfalen nutzten im vergangen Jahr mehr als ein Million Menschen den elektronischen Weg zur Abgabe der Einkommensteuerklärung. Ab sofort steht auch die neueste Version von „ElsterFormular“ - die kostenlose Software der Finanzverwaltung - im Internet bereit. Die Programmleistungen umfassen die Einkommensteuer 2007, die Umsatzsteuer 2007, die Gewerbesteuer 2007 sowie die Umsatzsteuer-Voranmeldung 2008 und Lohnsteuer-Anmeldung 2008. Mit der neuen Version können zudem die Lohnsteuerbescheinigungen für 2007 und 2008 übermittelt werden. Wesentliche Neuerungen der Version 2007/2008 sind:
l Erweiterte Darstellung der zuletzt geöffneten Dateien.
l Verbesserte Vordruckdarstellung im Navigationsbereich durch entsprechende Beschriftung
l Hinweis auf einzureichende Belege beim Ausfüllen eines entsprechenden Eingabefeldes, z. B. bei Spenden.
l Erleichterte Erfassung der Anlage KAP durch Aufteilung nach Anlageformen.
Info www.elsterformular.de
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