Rhein-Kreis Neuss (NGZO). Die Stadt Neuss kann auf ihre Wirtschaftsstärke bauen, sie ist für viele Unternehmen ein idealer Standort. Den Grund dafür sieht Wirtschaftsförderer Frank Wolters in der "exzellenten geographischen Lage, in der vorausschauenden Flächenvorratspolitik, in moderaten Kaufpreisen und einer flexiblen Bauleitplanung". Die gute Situation, die sich auch im vergleichsweise hohen Gewerbesteueraufkommen widerspiegelt, ist aber auch Verpflichtung.
So kommt aus dem städtischen Wirtschaftsförderungsamt der Wunsch an die Neusser Politik, mehr neue Flächen für Gewerbebetriebe zur Verfügung zu stellen. "Damit wir als Standort auch in Zukunft erfolgreich sein können und die Steuereinnahmen stabil bleiben", so Wolters. Die Stadt hat von der renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Prognos (Düsseldorf) ein Gutachten erstellen lassen. Das prognostiziert einen Gewerbeflächenbedarf von knapp 70 Hektar bis zum Jahr 2025.
Wolters: "In diese Zahl ist der Flächenbedarf der Neusser Betriebe für Erweiterungen und Verlagerungen im Stadtgebiet eingeflossen." Diesem Bedarf stehen Flächen in einer Größenordnung von rund 42 Hektar gegenüber, die in städtischem Besitz sind. Ergo müsste die Stadt in einer Größenordnung von 25 bis 30 Hektar Gewerbeflächen neu ausweisen. "Das halte ich für realisierbar", so Wolters. "Aber die Politik muss entscheiden." Vor allem der Logistikbereich als "die boomende Branche" sei hochinteressant für Neuss, weil die Stadt eine nahezu ideale Infrastruktur bietet: zu Wasser, zu Land und auf der Schiene. Dagegen ist die Nachfrage von produzierenden Unternehmen deutlich geringer.
Ein großes Flächenangebot hält die Stadt noch im Taubental im Neusser Süden bereit, wo etwa 16.000 Quadratmeter fertig entwickelt sind. Dort können aber keine weiteren Flächen mehr bereit gestellt werden. Insgesamt stehen zwar in der Stadt noch 42 Hektar zur Verfügung, "aber nicht als große zusammenhängende Flächen, die gerade von Logistikunternehmen gesucht werden".
Die Arbeiten am Gewerbeflächengutachten durch Prognos sind noch nicht abgeschlossen. Im kommenden Monat werden die Standortvorschläge des Gutachters für neue Gewerbeflächen in die politische Beratung eingebracht. Anschließend stehen Gespräche mit der Bezirksregierung in Düsseldorf bevor, da die Ausweisung neuer Standorte die Änderung des Gebietsentwicklungsplans erforderlich macht.
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