Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Die Haare stehen noch ein bisschen mehr ab, seit er sich fast verlegen mit den Händen durchfuhr, und auch die Stimme klingt belegt. Über eine dreiviertel Stunde lang hatte Wolfgang Niedecken auf dem Stuhl ausharren müssen und dabei Dinge zu hören bekommen, die ihn ein wenig um die Fassung zu bringen scheinen. Nun steht der Frontmann der Rockband BAP und Kölsch-Sänger selbst auf der Bühne, die Gitarre vorm Bauch, und sucht nach Worten, um sich für die Verleihung des Friedestrom-Preises für seine besonderen Verdienste um die deutschsprachige Dialektliteratur zu bedanken.
„Es fällt mir schwer, jetzt etwas sagen zu müssen“, hebt er an und gesteht, einen Kloß im Hals zu haben. Ob es die Erinnerung an die Wohnung der Großeltern, der Mutter ist, wo sein Kölsch geboren wurde, oder die Rührung über den Preis - der Kloß ist wohl doch zu dick zum Reden, deswegen beschließt er: „Ich singe lieber.“
Das klappt dann gleich so überzeugend und wird mit so begeistertem Beifall bedacht, dass der 57-Jährige statt der ursprünglich geplanten zwei Lieder gleich vier präsentiert.
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