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Rhein-Kreis Neuss: Niederrhein trotzt Krisenstimmung

VON FRANK KIRSCHSTEIN UND LOTHAR BERNS (FOTO) - zuletzt aktualisiert: 05.10.2009 - 21:30

Rhein-Kreis Neuss (NGZO). Die U-Bahnen zum Messegelände sind deutlich leerer, zwischen den Ständen klaffen Lücken, die geschickt mit Sitzgruppen gefüllt werden, der Katalog ist dünner: "Expo Real 2009", die Internationale Gewerbe-Immobilienmesse im Jahr eins nach Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Präsentation für die neue Standortbroschüre. Foto: NGZ
Präsentation für die neue Standortbroschüre. Foto: NGZ

Rhein-Kreis/München In Halle B1 der Neuen Messe München präsentieren sich Rhein-Kreis und Stadt Neuss mit ihren bekannten Partnern: der Rhein-Kreis mit den Städten Krefeld und Mönchengladbach sowie den Kreisen Viersen, Wesel und Kleve, die Stadt Neuss am Stand "rheincity Düsseldorf + Partner". Von gedrückter Krisenstimmung jedoch ist weder hier noch dort etwas zu spüren, auch wenn die Erwartungen mit Blick auf konkrete Abschlüsse für neue Großprojekte deutlich zurückgeschraubt wurden.

"Die Zeiten sind nicht einfach, aber der Niederrhein hat einen großen Vorteil: Er ist als Region gemeinschaftlich gut aufgestellt", sagt Lutz Lienenkämper, Minister für Bauen und Verkehr in Nordrhein-Westfalen, gestern Mittag beim Besuch am "Standort Niederrhein". Im Gegensatz zu manch anderer Region hätten die Kommunen dort den Willen, "es selbst zu packen": "Es wird nicht zuerst nach Geld gefragt, sondern nach aussichtsreichen und klugen Projekten." Diese dann in einer Standgemeinschaft zu bewerben, wie sie - auch mit Unterstützung der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein - in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut worden sei, hält Lienenkämper für den richtigen Weg: "Allein entwickelt heute auf einer solchen Messe niemand mehr die nötige Durchschlagskraft. Der Zwang zur Zusammenarbeit ist einfach da."

Wollen den Immobilien-Standort Neuss ins rechte Licht rücken (v. l.): Andreas Galland, Herbert Napp, Peter Müller und Frank Wolters. Foto: NGZ

Entsprechend wichtig ist den Landräten und (Ober-)Bürgermeistern mit ihren Beigeordneten und Wirtschaftsförderern der Auftritt an der Isar: Neben dem künftigen Landrat des Rhein-Kreises, Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke, waren unter anderem auch Herbert Napp (Neuss), Norbert Bude (Mönchengladbach), Gregor Kathstede (Krefeld), Dr. Ansgar Müller (Kreis Wesel), Peter Ottmann (Kreis Viersen), Wolfgang Spreen (Landrat Kleve) vertreten. Kaarst, Meerbusch und Grevenbroich wurden von den Bürgermeister Franz-Josef Moormann, Dieter Spindler und Dr. Axel Prümm repräsentiert. Für Jüchen reiste der kommende Bürgermeister Harald Zillekens an, Dormagen war mit dem Ersten Beigeordneten Ulrich Cyprian am Stand und bei Gesprächsrunden – moderiert von Tom Hegermann (WDR) – auf der Messe-Bühne dabei.

Bleiben bei der "Expo Real" am Ball (v. l.): Wolfgang Spreen, Norbert Bude, Dr. Ansgar Müller, Gregor Kathstede, Hans-Jürgen Petrauschke, Peter Ottmann, Heinz Schmidt. Foto: NGZ

Viel Präsenz – wenig konkrete Projekte? Aus der Sicht von Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke muss das kein Nachteil sein: "Die ,Expo Real' hat sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr von einer reinen Immobilienmesse hin zu einer Standortmarketing-Messe entwickelt." Selbst wenn deutlich erkennbar ist, dass viele, die das an Ständen diskutieren aus der gleichen Region stammen, muss das aus Sicht von Kreis-Wirtschaftsdezernent Jürgen Steinmetz kein Nachteil sein: "Die meisten Geschäftsbeziehungen kommen aus der eigenen Region. Das lässt sich manchmal extern besser anbahnen als zu Hause." Die "Expo Real" als Kontaktbörse – davon will auch Minister Lienenkämper nicht lassen: "Wollte ich alle Kontakte, die ich hier in zwei Tagen habe, in NRW organisieren, bräuchte ich dafür mindestens sechs Wochen."

Quelle: RP

 
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