Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Das kleinste Kino Mönchengladbachs liegt in einem Gewerbegebiet. Ein privates, gleichwohl stilecht eingerichtetes Räumchen in den Gebäuden der Firma Sansetsu. Dort präsentierte Johannes-Wilhelm Schmitz, Leiter der Arbeitsagentur Mönchengladbach, am Mittwoch die aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt.
Vier Schülerinnen der Klasse 8a am Dormagener Bettina-von-Arnim-Gymnasium, das sich an der NGZ-Aktion „Schüler lesen Zeitung“ beteiligt, hatten die Möglichkeit die Pressekonferenz der Agentur, die bei dem Projekt mit der Neuß-Grevenbroicher Zeitung kooperiert, als Nachwuchsjournalisten mitzuverfolgen. Eine etwas dröge Kost, die den jungen Damen da vorgesetzt wurde. Aber Arbeitslosigkeit spiegelt sich nun einmal in Zahlen und Statistiken wider. Die Januarquote liegt demnach bei 10,5 Prozent, das sind 0,3 Prozent mehr als im Vormonat. Schmitz bewertet die Entwicklung gleichwohl positiv, da die Quote bedeutend niedriger als vor einem Jahr sei. Damals lag sie bei 11,4 Prozent. „Wir sehen auch hier den Aufschwung, die Betriebe entlassen weniger Mitarbeiter.“
Apropos Aufschwung: Gerade deshalb war Sansetsu von der Arbeitsagentur als Treffpunkt gewählt worden. Das internationale Unternehmen, das ab 1973 zunächst in Neuss ansässig war, 1975 nach Rheydt und schließlich nach Güdderath wechselte, stellt Luftpolsterfolie her. Und die erfreut sie reger Nachfrage, denn: „Wir verpacken den Aufschwung“, prägt Prokurist Martin Manglitz einen Slogan, der darauf anspielt, dass das, was produziert und nun wieder verstärkt geordert wird, für die ordnungsgemäße und sichere Auslieferung ja auch irgendwie verpackt werden muss.
Sansetsu will expandieren und sucht wie so viele Firmen derzeit weitere Arbeitskräfte, die allerdings flexibel einsetzbar sein müssen. Eine Chance vielleicht für einige aus der Masse von 37 453 Männern und Frauen, die im Agenturbezirk im Januar als arbeitslos gemeldet waren. Ihnen standen 1195 freie Stellen zur Verfügung; im Vergleich zum Januar 2006 waren das 599 oder 33,4 Prozent weniger, was laut Schmitz vor allem einer veränderten Art von Statistikführung anzulasten ist.
Während die Stadt Mönchengladbach nach wie vor mit 14,7 Prozent eine Quote auf „Ruhrgebietsniveau“ (Schmitz) erreicht, kommt der Rhein-Kreis auf 8,0 Prozent; das entspricht einer Arbeitslosenzahl 18 161 Männern und Frauen. Als Primus unter den Agentur-Geschäftsstellen im Rhein-Kreis Neuss glänzt einmal mehr Grevenbroich mit einer Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent. In Dormagen liegt sie momentan bei 7,9 Prozent, in Neuss bei 8,3 Prozent.
Wer im Januar arbeitslos war, suchte statistisch betrachtet häufig schon länger als ein Jahr nach einem Job: Langzeitarbeitslose stellen im Agenturbezirk 46,7 Prozent der Menschen, die ohne berufliche Beschäftigung sind. Um Personen wieder in Arbeit zu bringen, ergreift die Agentur nicht zuletzt auch selbst die Initiative. Es werden „arbeitsmarktpolitische Instrumente“ eingesetzt, wie das im Fachjargon heißt. Dazu zählen beschäftigungsbegleitende Leistungen, die 2383 Menschen zugute kamen, Weiterbildung und Arbeitsgelegenheiten. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen spielen nur noch eine marginale Rolle.
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