Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Der Neusser Stephan Georg Schmidt hat die Nachfolge von Dr. Manfred Becker-Huberti als Sprecher des Erzbistums Köln angetreten. Zum Jahreswechsel wird er auch Chefredakteur der Kirchenzeitung. Ein Portrait.
Rhein-Kreis Neuss Der Treffpunkt war gut gewählt. „Hier habe ich meine Frau kennen gelernt“, schmunzelt Stephan Georg Schmidt in einem Café am Quirinusmünster. Der Journalist aus Neuss hat soeben sein Amt als neuer Sprecher des Erzbistums Köln angetreten und damit die Nachfolge von Dr. Manfred Becker-Huberti aus Grevenbroich, dessen Ablösung hohe Wellen schlägt. Zum Jahreswechsel beerbt Schmidt auch Prälat Erich Läufer als Chefredakteur der Kirchenzeitung.
„Zwei Hüte auf einem Kopf“ habe er dann, sagt der 43-Jährige. Die Aufgaben sind klar verteilt: hier - im Generalvikariat - die gezielte Ansprache der Medien und die Vermittlung bei Anfragen, dort - im Bachem-Verlag, wo die Kirchenzeitung erscheint - das Zeichnen eines Spiegelbilds katholischen Engagements am Rhein. „Die Kirchenzeitung ist so vielseitig wie das kirchliche Leben“, sagt Schmidt. Aber auch: „Sie soll das kirchliche Leben im Erzbistum Köln in all seinen Facetten abbilden, und zwar das in Verbundenheit zum Erzbischof und zur Weltkirche.“
Freunde von Osek
Stephan Georg Schmidt ist Vorsitzender des deutschen Freundeskreises der Zisterzienser-Abtei Osek in Tschechien, wo Abt Bernhard Thebes, vormals Prior des Klosters Langwaden, neues geistliches Leben aufbaut.
Der neue Bistumssprecher möchte „Beruf und Berufung“ verbinden. Er hat während seiner Laufbahn immer wieder erlebt, „wie oft bei Journalisten Unwissenheit und Vorbehalte in kirchlichen Dingen vorherrschen“. Andererseits erfuhr Schmidt auch „die herzliche Unprofessionalität und vielfache Angst im Umgang mit den Medien bei Kirchens“. Nun versucht er, „eine Vermittlungsposition einzunehmen“. Er möchte Kollegen für Glaubensthemen sensibilisieren, aber auch Missverständnisse bei der Kirche in der Öffentlichkeitsarbeit abbauen.
Einen Leitfaden dazu hat Schmidt bereits 1998 in seinem Buch „Publicity für das Himmelreich - Eine journalistische (Liebes-) Erklärung an die Kirche“ entwickelt. Feste Standpunkte sind dem Autoren nicht fremd. Er ist Mitglied der als konservativ geltenden Prälatur „Opus Dei“. Schmidt: „Das ist für mich ein persönlicher Weg, um als bewusst in der Welt lebender Christ und in meiner Arbeit Verbindung mit Gott zu halten und sie zu stärken.
Das ist nichts Elitäres, dazu ist jeder Christ berufen von der Putzfrau über den Taxifahrer bis zum Unternehmenschef.“ Schmidt wurde im niederrheinischen Kalkar geboren und begann seine Karriere bei der Rheinischen Post in Xanten und Rheinberg „als kleiner freier Mitarbeiter, der die ersten Schützenfest-Berichte schrieb“. Sprachen und Geschichte mochte er im Gymnasium am liebsten. Das Ziel, Journalist zu werden, stets im Blick, studierte er Anglistik, Skandinavistik („ein Orchideenfach“) sowie anglo-amerikanische Geschichte in Köln, im irischen Dublin sowie im norwegischen Bergen.
Nach dem Examen begann Schmidt ein Volontariat in der RP-Lokalredaktion Opladen und wechselte danach in die Zentralredaktion, wo er zuletzt im Ressort „Politische Nachrichten“ tätig war. Als die ebenfalls in Düsseldorf beheimatete „Wirtschaftswoche“ 2001 - „in der spannenden Boom-Zeit“, wie Schmidt sagt - Nachrichtenredakteure suchte, wechselte er dorthin, blieb religiösen Themen jedoch verbunden.
Und das nicht zuletzt durch seine Ehefrau Maria Elisabeth, mit der er 1999 von Leichlingen auf die Morgensternsheide zog - nicht weit weg von „der Junggesellenbleibe“, in der er während seines Volontariats lebte und von wo aus er die Neusser Pfarrgemeinde St. Marien sowie ihren Pastor Wilfried Korfmacher kennen und schätzen lernte.
Maria Elisabeth Schmidt, aufgewachsen in Büttgen und Driesch sowie ehemalige Marienberg-Schülerin, arbeitet heute als Deutschland-Direktorin des Projekts NET, das die Apostolatsbewegung „Regnum Christi“ unterhält. NET steht im Englischen für „New Evangelization of the Third Millennium“ und bedeutet auf Deutsch „Neuevangelisierung für das dritte Jahrtausend“.
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