Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Jüchen Die Situation könnte kontroverser kaum sein: Während die positiven Stimmen zu den „Classic Days“ 2008 auf Schloss Dyck und der hohe Besucherzulauf nicht abreißen, häufen sich auch die Fragen zum Sicherheitskonzept der Rundstrecke.
Und das nicht erst seit dem Unfall am Sonntag, bei dem sechs Besucher verletzt wurden. „Meiner Ansicht nach ist diese Pseudo-Rennstrecke völlig unzureichend gesichert“, sagte der Jüchener Jörg Tometzek bereits am ersten Veranstaltungstag.
Anwohner Gerhard Budde ärgerte sich dagegen vor allem über das Verhalten der beiden Rennfahrer am Sonntag. „Die haben vor dem Unfall schon Spielereien gemacht und sich auf der Strecke sogar gegenseitig überholt“, erzählte der Aldenhovener und verweist damit auf ein gewisses Restrisiko, was auch bei einem vereinbarten Gleichmäßigkeitsfahren bleibt.
Bedenken gegenüber den Sicherheitsvorkehrungen äußerte auch André Betz - der trotz aller Kritik jedoch von einer „insgesamt sehr gelungen“ Veranstaltung spricht. „Aber insbesondere in der von Sierstorpff-Kurve gab es etliche Fahrer, die mit dem Gas so spielten, dass sie die Absperrgitter wirklich nur um Haaresbreite verfehlten“, so der Neusser.
Fest steht: Sowohl die Verantwortlichen des Kreises, als auch der Verein „Classic Days“ kümmern sich bereits um das Problem. „Wir müssen zwar erst einmal die Ermittlungen zu dem Unfall am Sonntag abwarten“, erklärte Eicke Schüürmann am Donnerstag auf Anfrage der NGZ, „aber wir nehmen den Vorfall sehr ernst.“ Erste Kontakte zwischen dem Verein und dem Rhein-Kreis als Polizeibehörde gab es laut Presseamtsleiter Harald Vieten diese Woche schon: „Allerdings muss man auch sagen, dass bisher alle Auflagen erfüllt wurden und das Sicherheitskonzept der Veranstaltung ausreichte.“
Schließlich werde bei den „Classic Days“ kein Rennen, sondern ein Gleichmäßigkeitsfahren gezeigt. „Aber wir werden in Zukunft wohl größere Pufferzonen einrichten und müssen dafür sorgen, dass die Besucher nicht direkt hinter den Strohballen stehen oder darauf sitzen“, so Vieten.
Vielfache Bedenken gab es seitens der Bevölkerung laut Jörg Tometzek schon länger, für den der beste Beweis die Vorführfahrt von DTM-Fahrer Bernd Schneider im Weltmeisterauto von Mika Häkkinen am Samstagnachmittag war, bei der Schneider einen Satz in die Strohballen machte. „Dieser Unfall lief noch glimpflich ab. Doch wäre das Fahrzeug nur 15 Meter weiter rechts von der Strecke abgekommen, hätte es den nicht gesicherten Streckenposten schwer erwischt“, sagte der Jüchener.
Aber wie könnte ein neues Konzept aussehen? „Vier Tage nach solch einer Veranstaltung können wir natürlich noch kein neues Konzept vorlegen“, stellte Eicke Schüürmann am Donnerstag klar. Ob neben der weiteren Pufferzone möglicherweise gewisse Autos auf der Rundstrecke ausgeschlossen werden oder die Strecke geändert wird, ließ er deswegen noch offen. „Aber das wir einlösen, was wir versprechen, haben wir nach den Oldtimer-Diebstählen im vergangenen Jahr gezeigt, da jetzt unser Sicherheitskonzept zu hundert Prozent gegriffen hat.“
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