Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Helden gibt’s auch heute noch. Sie kommen aus Harsewinkel und Arnsberg, aus Hagen und Eitorf, aus Löhne, Hamm, Bochum und Essen. Sie haben Menschen gerettet vor dem Ertrinken, vor dem Verbrennen, vor dem Freitod oder vor einem bissigen Hund. Am Freitagabend standen sie im Mittelpunkt, und zwar im Neusser Zeughaus - „weil das Gebäude so schön ist“, wie Heidi Müller, die Sprecherin der Staatskanzlei, die Ortswahl erklärte.
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers verlieh dort an 25 Menschen mit viel Zivilcourage die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen. Herzlich willkommen geheißen wurde er in der guten Stube der Stadt von Neussern, und zwar vom Parlamentarischen Staatssekretär Manfred Palmen und von Bürgermeister Herbert Napp.
Vor einem vom Kölner „Trio Anditi“ musikalisch umrahmten Festmahl erinnerte Rüttgers an ein Wort des katholischen Gesellenvaters Adolph Kolping: „Wer Mut zeigt, macht Mut“, sagte er. Der Politiker lobte die engagierten Taten der Retter, die unter Einsatz ihres Lebens uneigennützig geholfen haben: „Sie haben Außergewöhnliches getan. Sie haben gehandelt, als ob es selbstverständlich sei. Es war aber nicht selbstverständlich, was sie getan haben. Sie sind für uns alle Vorbilder, wir in Nordrhein-Westfalen sind stolz auf sie“, so Rüttgers.
Die Lebensretter seien die lebendige Gegenthese zur häufig verbreiteten Meinung, die Sitten verrohten und der Eigennutz schreite immer mehr voran. Sie hätten vorgelebt, dass man nicht zuschauen dürfe, wenn andere meist unverschuldet in Not gerieten. „Sie haben damit gezeigt, dass der Eigennutz eben nicht im Vordergrund steht“, betonte der Ministerpräsident. Die Geehrten bewiesen, „dass wir uns in unserer Gesellschaft aufeinander verlassen können und dass Mitmenschlichkeit zählt“.
Sie seien nicht nur selber mutig gewesen, sondern hätten damit auch andere ermutigt, ihnen nachzueifern. Die Lebensretter sind für Rüttgers mit ihrem beherzten Beispiel „zu einem moralischen Kompass geworden“.
Die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen wird seit 1951 für mutige Taten verliehen, bei denen Retterin oder Retter die Gefahr für das eigene Leben nicht scheuten, um einen anderen Menschen aus einer lebensbedrohlichen Lage zu befreien. In den insgesamt 57 Jahren wurde die aus massivem Silber gefertigte Auszeichnung etwa 1000 Mal verliehen und zählt damit zu den am seltensten vergebenen staatlichen Ehrungen.
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