Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Die Theorie: Im Rhein-Kreis Neuss können die Kunden inzwischen ihren Gasanbieter frei wählen. In der Praxis drängt vorerst lediglich Eon mit seiner Billigtochter „ E wie Einfach “ bundesweit auf den Markt. Deren Offerte ist in vielen Fällen die günstigste - und hat doch ihre Tücken.
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Zu diesem Artikel erscheint in der NGZ vom Samstag ein Zur Sache mit dem Titel: "Kein Schnellschuss" und ein Bericht auf der Seite d2.
Rhein-Kreis Neuss Auf seiner Pressemitteilung rechnet der Energieversorger „E wie Einfach“ vor: „Der Tarif ist immer günstiger als der allgemeine Preis des örtlichen Grundversorgers: bei Strom einen Cent pro Kilowattstunde, bei Gas zwei Cent pro Kubikmeter (bzw. 0,24 Cent pro Kilowattstunde).“
Auch im Rhein-Kreis Neuss sind Verbraucher nicht mehr auf ihren örtlichen Gasversorger angewiesen und können den oftmals günstigen „MeinCentTarif“ beziehen. Klingt zunächst toll - doch birgt der Vertrag auch Tücken.
Der Bund der Energieverbraucher erklärt: Zwar garantiere „E wie Einfach“ den Grundtarif des örtlichen Versorgers zu unterbieten. Was Eon dabei nicht verrate: Der Grundtarif (früher allgemeiner Tarif) sei in aller Regel der teuerste Tarif jedes Versorgers. Genau hinschauen lohnt sich.
Der Grundtarif ist oft der teuerste
Lange haben Verbraucherschützer auf diesen Moment gewartet, an dem die Tore zu einem freien Wettbewerb aufgestoßen werden. Doch wer jetzt glaubt, sich künftig aus einer Vielzahl von Versorgern den günstigsten herauspicken zu können, wird derzeit noch enttäuscht - auch die Energieunternehmen im Rhein-Kreis Neuss igeln sich vorerst in ihren Bezirken ein.
„Wir sind ein regionaler Versorger und legen unser Hauptaugenmerk auf Grevenbroich“, sagt Willi Peitz, Chef des Gas- und Wasserwerks Grevenbroich (GWG). Auch bei den Stadtwerken in Neuss und Kaarst konzentriert man sich auf die angestammten Märkte, nur bei der Niederrheinischen Versorgung und Verkehr (NVV) denkt man über einen bundesweiten Vertrieb nach.
Angst, dass die Luft dünner werden könnte auf heimischem Terrain, zeigen die örtlichen Energieunternehmen im Rhein-Kreis - zumindest nach außen hin - nicht. Warum auch? Die Stadtwerke Neuss vermelden 40 Kunden, die zu „E wie Einfach“ wechseln werden; bei der NVV seien es 15 Kunden; bei den Stadtwerken Kaarst spricht man von Abwanderungen „im unteren einstelligen Bereich“. Ein Insider gibt dagegen zu: „Wir müssen darauf natürlich reagieren.
Doch über die Preisschiene wird das sehr, sehr schwierig.“ Derzeit wirbt „E wie Einfach“ nur punktuell in verschiedenen Städten - der Rhein-Kreis war noch nicht darunter. Das Unternehmen gibt an, seit dem 1. Februar 2007 25 000 Kunden gewonnen zu haben. Wie viele es im Rhein-Kreis sind, will „E wie Einfach“ nicht verraten. „Detaillierte Angaben machen wir derzeit nicht“, gibt sich Sprecher Alexander Land zugeknöpft.
Punkten wollen die Versorger im Rhein-Kreis insbesondere mit der lokalen Nähe zum Endkunden.
„Wir bieten S wie Service“, sagt Stefan Pruss, Vertriebsleiter bei den Stadtwerken Kaarst, in Anspielung auf den Markennamen der Eon-Tochter. Doch sagt er auch: „Die Verbraucher werden sich intensiver mit ihrer Energieversorgung auseinander setzen müssen, die Produktvielfalt wird zunehmen.“
Inzwischen versuchen einige Versorger ihre „guten“ Kunden mit günstigeren Sonderverträgen zu ködern. Oftmals seien auf diese Weise Einsparungen möglich, schreibt die Verbraucherzentrale. Dr. Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher glaubt, dass auch diese Verträge oft zu teuer sind. Er rät: Wer seine Rechnung mit dem Hinweis auf fehlende Billigkeit gekürzt habe, müsse dies bei Neuabschluss eines Sondervertrags noch einmal tun.
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