Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Kaarst Er rührte und rührte und rührte, satte 30 Minuten - dann war das Risotto fast servierfertig. Kaarsts Bürgermeister Franz-Josef Moormann hatte am Donnerstag Abend ab 21 Uhr noch keinen Feierabend. Beim „Show Cooking“ unter der Regie von Koch Klaus Müller wurde der Verwaltungschef kräftig ’rangenommen, musste Zutaten zerkleinern und halt rühren.
Am Ende des ersten „b2d-Tages“ im Büttgener Sportforum stand die „Get Together Party“ auf dem Programm. Und bei der gab es nicht nur Freibier und Gulaschsuppe, sondern auch Risotto mit Erbsen und Kopfsalat, Kartoffelwaffeln mit Kräuterpinienkernschmand sowie Pannacotta mit schwarzen Walnüssen. „Wir haben insgesamt 150 Portionen gemacht“, erzählt „Chefkoch“ Klaus Müller. Da konnte zumindest jeder ein kleines Häppchen naschen. Denn immerhin besuchten über 400 Gäste die Party - eben die, die zuvor Olympia-Silbermedaillen-Gewinner Frank Busemann beim 19. Kaarster Wirtschaftstreff zugehört hatten. „So viele Besucher hatten wir noch nie beim Treff“, sagte Dieter Güsgen.
Der Kaarster Wirtschaftsförderer freute sich auch darüber, dass die „b2d“ schon bei ihrer zweiten Auflage in der ganzen Region bekannt sei. „Die ersten Aussteller fragen bereits nach dem Termin für das kommende Jahr“, verriet Güsgen und weiter: „Wir können die Kapazitäten nach einigen baulichen Veränderungen noch ein wenig erweitern.“ Schon in den nächsten Tagen wird der Messetermin für 2008 festgesetzt. Am Freitag Mittag startete der zweite „b2d-Tag“ mit einer Podiumsdiskussion - Thema „Ist der Arbeitsmarkt flexibel genug?“ „Nein“ war die klare Antwort von Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, der den Einführungsvortrag hielt. Ohoven betonte, dass der Hemmschuh für den Mittelstand, neue Kräfte einzustellen, eindeutig die Bürokratie sei.
Das habe eine Umfrage des Instituts der Deutschen Wirtschaft ergeben. „Steuerbelastung und Finanzprobleme werden von den Unternehmern nicht als so gravierend angesehen wie eben die Bürokratie“, so Ohoven. „In Deutschland braucht man 45 Tage, um eine GmbH zu gründen, in Dänemark 3,5 und in Australien nur zwei“, fuhr er fort.
Von der Wiege bis zum Sarg kümmere sich der deutsche Staat um alles. Doch „gut gemeint“ sei oft das Gegenteil von „gut gemacht“. Sein Fazit: Kündigungsschutz und Mindestlohn verhindern Einstellungen, Flächentarifverträge gehören „auf die Müllhalde“. Dass zurzeit die Zeitarbeits-Firmen-Branche boome, sei kein Zufall. „Arbeitgeber leihen sich Leute lieber aus anstatt sie fest anzustellen.“
Gerade im Gesundheitswesen seien die Fesseln der Bürokratie „exorbitant“, konnte Dieter Welsink, geschäftsführender Gesellschafter der medicoreha welsink GmbH, in der anschließenden Diskussionsrunde bestätigen. Dennoch bleibt er Optimist: „Ich bin gerne Unternehmer in Deutschland.“ Innovationen schaffen, um neue Arbeitsplätze zu sichern, nannte Joachim Stoll, Geschäftsführer der Allbecon Deutschland GmbH, Personaldienstleister, als einen ersten Schritt in die richtige Richtung.
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