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Rhein-Kreis Neuss: Schinken und andere Schmankerln

VON SIMON HOPF - zuletzt aktualisiert: 07.08.2008 - 21:41

Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Jüchen Der frische Schinken hängt gleich dutzendfach an den Haken im Zerlegeraum. Die Männer, die dort mit geübten Schnitten die Schweinehälften ihrer weiteren Verwendung zuführen, tragen Kettenschürzen und Kettenhandschuhe. Mit superscharfen Messern lösen sie das Fleisch vom Knochen, bringen die Stücke in Form, damit sie weiterverarbeitet werden können.

Mit superscharfen Messern werden die Schweinehälften zerlegt. Kettenhandschuhe schützen vor Verletzungen. Im Hintergrund hängen frische Schinken.  Foto: H. Jazyk
Mit superscharfen Messern werden die Schweinehälften zerlegt. Kettenhandschuhe schützen vor Verletzungen. Im Hintergrund hängen frische Schinken. Foto: H. Jazyk

In der sich anschließenden Wurstküche wird bereits sauber gemacht. Cutter, Wolf und Füllmaschine sind vom dichten Dampf eingehüllt, der die Luft erfüllt. Es ist später Vormittag - da ist das Meiste bereits gelaufen. „Ab 3 Uhr morgens“, sagt Dirk Hübner, beginne die Produktion, in den Nächten von Sonntag auf Montag sogar noch etwas früher. Der 44-Jährige ist neben Volker Pick (45) geschäftsführender Gesellschafter des Fleisch- und Wurstwarenbetriebs Pick & Goertz an der Neusser Straße in Jüchen.

Der Rundgang durch die Firma gleicht einer Reise durch verschiedene Klimazonen: Von der Anlieferung der Schlachthälften bis zur Lagerung geht’s vom Kühlen ins Feucht-Warme, Frostig-Kalte und wieder zurück.

Dirk Hübner führt gemeinsam mit Volker Pick die Geschäfte der Firma. Foto: H. Jazyk

Hübner greift sich eine Schinkenwurst: Das Markenzeichen auf der Wurstpelle kommt einem bekannt vor: In stilisierter Form erinnert die Abbildung an Schloss Dyck: „Damit wollen wir einen Bezug zur Region schaffen.“ Ursprünglich war die Firma in Düsseldorf beheimatet. Dort wurde sie vor rund 100 Jahren als Fuhrunternehmen am Schlachthof gegründet. Seit 1932 werden Fleisch- und Wurstwaren hergestellt.

Steigende Anforderungen und wachsende Kapazitäten führten auch zu einem neuen Standort, der in Jüchen gefunden wurde. Mit dem Namen „Pick & Goertz“ als Marke ist Jüchen seit 1997 Sitz der Pick & Hübner GmbH. Die Fleischskandale der Vergangenheit hätten das Unternehmen „nie tangiert“, sagt Dirk Hübner auf Nachfrage. Zertifikate und Zulassungen sicherten die Qualität. Das Fleisch stamme von Tieren aus artgerechter Haltung und mit lückenlosem Herkunftsnachweis.

Starkes Bekenntnis zur Region: Das Schloss Dyck ziert in stilisierter Form die Wurstdärme von Pick & Goertz. Foto: H. Jazyk

„Wir verstehen uns als Handwerksbetrieb“, sagt Hübner, der aus Büderich stammt und in Kaarst wohnt, „als etwas größere Metzgerei.“ Die beschäftigt inzwischen mehr als 40 Mitarbeiter - darunter fünf Auszubildende. Hinzu kommt das Angebot an Schüler, die Firma über Praktika kennen zu lernen.

Zur Kundenklientel gehören Großküchen und Cateringbetriebe, Altenheime und Krankenhäuser sowie Hotels, Restaurants und Gaststätten. In Jüchen selbst besteht an zwei Tagen in der Woche ein Direktverkauf für Privatabnehmer.

Das Sortiment umfasst Frischfleisch sowie Wurstwaren wie Brühwurst, Kochwurst und Rohwurst, Koch- und Rohpöckelware. Hinzu kommen küchenfertige Zubereitungen und Tiefkühlkost, aber auchGrillspezialitäten vom Kotelett bis zu Rippenscheiben. Rund drei Tonnen Wurst, überschlägt Hübner, würden täglich hergestellt. Dass dabei auch Trends aufgegriffen werden, zeigen Kreationen wie die Joghurt-Wellness-Krakauer. „Über Geschmack“, sagt Hübner, „streite ich mich mit keinem mehr.“ Und schnappt sich eine Packung mit Pfefferkringeln.

Quelle: NGZ


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