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Rhein-Kreis Neuss: Schloss Dyck fehlen Millionen

VON FRANK KIRSCHSTEIN - zuletzt aktualisiert: 31.10.2006 - 13:04

Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Alle warten auf den Masterplan: Der Landschaftsverband Rheinland, aber auch die Stiftung Schloss Dyck und der Kreistag sehen dem Strategiepapier, das im Dezember im Stiftungsrat vorgestellt werden soll, gespannt entgegen. Nur wenn der Plan aufgeht, so scheint es, sind Schloss und Park noch vor der Pleite zu retten.

Schloss Dyck braucht mehr Einnahmen : Im vergangenen Jahr wurde der Park zum Freiluftkino - ein Versuch von vielen, die Erlössituation zu verbessern.  Foto: NGZ
Schloss Dyck braucht mehr Einnahmen : Im vergangenen Jahr wurde der Park zum Freiluftkino - ein Versuch von vielen, die Erlössituation zu verbessern. Foto: NGZ

Der Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), der 2,8 Millionen Euro des Stiftungskapitals zur Verfügung gestellt hat - diskutiert heute erneut über die Verluste und ihre Ursachen: Auf 2,255 Millionen Euro beziffert der LVR den Verlustvortrag der Stiftung zum 31. Dezember vergangenen Jahres. Schuld sind kumulierte Betriebsverluste des Allegmeinen Geschäftsbetriebes sowie Verluste aus dem Projekt Euroga 2002 plus und weiteren Geschäftsbereichen vor allem im Zusammenhang mit der Sanierung der Schloss- und Parkanlagen.

Auch mit Einführung des Masterplans würde sich nicht direkt etwas zum Positiven wenden: Bis zum Jahr 2014 wird mit einem Verlustvortrag von 3,77 Millionen Euro gerechnet. Um überhaupt zahlungsfähig zu bleiben, musste die Stiftung, so der LVR, im laufenden Jahr bereits Wertpapiere aus dem Stiftungkapital in Höhe von 187 000 Euro verkaufen, bis zum Jahresende - der LVR verweist auf den Stiftungsvorstand - könnten weitere Wertpapierverkäufe in Höhe von rund 285 000 Euro unausweichlich sein.

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Bürgerstiftung

Um die Finanznot von Schloss Dyck zu lindern, ist auch eine „Bürgerstiftung“
im Gespräch. „Viele kleine Summen“, erhofft sich Tillmann Lonnes, Vorstand Stiftung Schloss Dyck. Wie hoch das zusätzliche Stiftungskapital ausfallen könnte, sei jedoch ungewiss.

Tillmann Lonnes, Vorstand der Stiftung Schloss Dyck, will dazu nicht Stellung nehmen. Tatsache sei jedoch, dass die Stiftung weiter defizitär arbeite: „Allerdings halten sich die Verluste im Vergleich mit anderen Schlössern und Parkanlagen in Grenzen. Außerdem verfügt die Stiftung nach wie vor über ein großes Vermögen.“

Nach einer heute im LVR-Fachausschuss vorgelegten Rechnung beläuft sich das Stiftungskapital auf rund 13,6 Millionen Euro. Eine gewisse Entspannung könnte ein Sonderzuschuss von 1,9 Millionen Euro bringen, jeweils hälftig zu zahlen vom Rhein-Kreis Neuss und dem LVR. Die Mittel stehen im Kreishaushalt bereit, sind aber noch nicht freigegeben. Ein Hintergrund: Vor allem der LVR drängt auf ein zusätzliches Stimmrecht im Stiftungsrat, konnte sich damit bislang jedoch nicht durchsetzen.

Während der LVR in Vorbereitung des heute tagenden Ausschusses die Gefahr sieht, „dass das Stiftungsvermögen sukzessive durch die Verluste aus dem laufenden allgemeinen Geschäftsbetrieb weiter aufgezehrt wird“, hofft Lonnes auf positive Wirkungen des Masterplans.

Danach soll bei der weiteren Sanierung der Schlossanlagen künftig verstärkt die Frage der wirtschaftlichen Nutzung und entsprechender Erlöse für die Stiftung im Vordergrund stehen. Am Rande der Internationalen Gewerbe-Immobilienmesse „Expo Real“ in München war in der vergangenen Woche bereits von einem Hotel in den Schlossgebäuden die Rede.

Außerdem soll der Gartenbetrieb auf dem „Dycker Feld“ mit den neuen, im Rahmen der Euroga angelegten Gärten optimiert oder aufgegeben werden“, so wird es heute den Mitgliedern des LVR-Auschusses vorgestellt. Ebenso ist angedacht, das Ausstellungskonzept in der Schlossanlage zu überarbeiten. Das Ziel: freiwerdende Räume könnten vermietet werden. Der Haken bei der Sache aus der Sicht des LVR: Die vorgeschlagenen Maßnahmen seien mit Investitionen von insgesamt 7,5 Millionen Euro verbunden, womit das Gesamtinvestitionsvolumen bei der Stiftung 31,8 Millionen Euro erreiche.

Der Mehraufwand, so der LVR, werde im Masterplan zwar beschrieben, Angaben zur Finanzierung jedoch fehlten. Um die Stiftung dauerhaft zu sichern, reiche es nicht, die Vorjahresverluste auszugleichen. Nötig seien ein höheres Stiftungskapital oder jährliche Betriebskostenzuschüsse. Ohne ein tragfähiges Konzept sei die Auflösung der Stiftung Dyck „unausweichlich“.

Quelle: NGZ


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