Lokale Wirtschaft (NGZ). Am Freitag hat die „Smart Energy“ , die erste Energie-Messe im Rhein-Kreis, in der Neusser Stadthalle begonnen. Hausbesitzer, Bauherren und Mieter erhalten Tipps aus erster Hand über die Einsparpotenziale im trauten Heim.
Vorträge von Experten
Die Messe „Smart Energy“ in der Neusser Stadthalle ist Samstag und Sonntag jeweils in der Zeit von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Bei einem Kongress-Teil gibt es Vorträge von Experten. Am Samstag geht es um Erdwärmepumpen (11 Uhr), Wohnen im Alter (12 Uhr) und den Energieausweis (15 Uhr). Am Sonntag stehen zwei Schwerpunkte auf dem Programm: „Heizen heute - Energiesparpotenziale nutzen“ (12 Uhr) und „Wohnkomfort rauf - Energiekosten runter“ (14 Uhr). Die Energieagentur.NRW und das Zentrum für Umwelt und Energie der Handwerkskammer Düsseldorf informieren außerdem.
Rhein-Kreis Neuss Energiespar-Projekte in den eigenen vier Wände sind erst einmal mit Kosten verbunden. Aber nicht alle. „Einfach abends die Rollladen früher herunterlassen, das dient der Wärmedämmung“, rät Bezirksschornsteinfegermeister Bernd Duizendstra.
Und Wilhelm Prechters, der stellvertretende Obermeister der Elektro-Innung, hat folgenden Tipp parat: „Fernseher oder Drucker nicht im Stand-by-Betrieb laufen lassen! Wenn das alle täten, bräuchten wir weniger Kraftwerke.“
Duizendstra, Prechters und viele andere Männer und Frauen vom Fach sind seit Freitag bei der „Smart Energy“, der ersten Energie-Messe im Rhein-Kreis, gesprächsbereit. Die Kreishandwerkerschaft richtet die Schau auch am Samstag und Sonntag in der Neusser Stadthalle aus.
„Sehen, anfassen, kalkulieren“ könnten die Besucher dort, wie es Paul Neukirchen, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, formuliert. Kreishandwerksmeister Roland Geller, Organisator Wilfried Grotheer und ihre Mitarbeiter rechnen mit einigen Tausend interessierter Hausbesitzer, Bauherren oder Mieter.
Über 50 Aussteller schwimmen mit auf der Ökowelle. „Viele wollen künftig mit einem Drei-Liter-Auto fahren, aber daheim wohnen sie in einem 20-Liter-Haus“, weiß Malermeister Michael Dworak. Wärmeverbundsysteme bietet er an. „Wer sein Gebäude nicht dämmt, der ist selbst schuld“, sagt der Handwerker und zeigt mit Thermografie-Aufnahmen, wo überall Wärme entweicht durch Fassaden, Fenster oder Türen.
Für den Baustoff Holz wirbt Johannes Schmitz, Obermeister der Zimmerer, in zünftiger Tracht. „Öko-Produkte sind teurer, aber zur Schall- und Wärme-Isolierung einfach besser“, betont er. Olaf Gellert von der Firma Stamos wiederum richtet das Augenmerk auf ein Miniheizkraftwerk im Keller, das auch überschüssigen Strom erzeugt, der ins Netz eingespeist und vom Versorger vergütet wird. Auch nicht ohne: ins Dach integrierte Sonnenkollektoren in Fensterform. „Die sind von der Ästhetik richtig schön“, schwärmt Dachdecker Josef Riemel.
Helmut Fockenrath, Vorstandsmitglied der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik, preist Holzpellets als Energieträger an: „Halb so teuer wie Öl“, sagt der Handwerker, vergisst aber nicht die Tatsache, dass erst der richtige Energie-Mix etwas bringt. Der Tischler-Verband NRW rückt unterdessen die Fenster in den Mittelpunkt.
„Gerade bei Altbauten sind sie oft Schwachstellen“, weiß Ralf Bickert. An seinem Stand können die Gäste eine Hand auflegen und den Unterschied spüren: Von unten beleuchtetes Wärmeschutzglas ist kalt, unbeschichtetes Isolierglas lauwarm und vier Millimeter dünnes Einfachglas fast heiß.
Aber auch mit dem Auto kann etwas für die Umwelt getan werden, wie Erdgas-Tanks und ein Wasserstoff-Modell bei Johannes Brester, dem Obermeister der Kfz-Innung, zeigen. „Die Wasserstoff-Technologie ist da, aber ein Liter kostet noch zwölf Euro“, betont der Fachmann und zuckt mit den Schultern. Viel weiter ist die Menschheit da mit Energiesparlampen, wie das Berufskolleg für Technik und Informatik (BTI) im Neusser Hammfeld zeigt.
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