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Rhein-Kreis Neuss: Sieger und Superlative

VON SIMON HOPF - zuletzt aktualisiert: 14.07.2008 - 22:00

Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Der Herr in dem weißen Oldtimer trägt einen braunen Anzug mit blauem Karo. Er lächelt freundlich, als der weiße Oldtimer, in dem er neben dem Mechaniker Platz genommen hat, in flotter Fahrt durch die Toreinfahrt knattert. Im Innenhof des Hochschlosses erwartet man schon die Ankunft von Simeon Graf Wolff-Metternich, Vorstand der Stiftung Schloss Dyck. Kameras werden gezückt. Ja, doch, alles ist äußerst stilecht.

Auf Schloss Dyck: Ein Mechaniker des Mercedes-Benz-Museums Stuttgart chauffierte gestern Simeon Graf Wolff-Metternich (rechts) auf dem Siegerfahrzeug des Grand Prix von 1908 zur Pressekonferenz im Hochschloss.
 Foto: M.Reuter
Auf Schloss Dyck: Ein Mechaniker des Mercedes-Benz-Museums Stuttgart chauffierte gestern Simeon Graf Wolff-Metternich (rechts) auf dem Siegerfahrzeug des Grand Prix von 1908 zur Pressekonferenz im Hochschloss. Foto: M.Reuter

Zu diesem am gestrigen Nachmittag wohlinszenierten Auftakt der „heißen Phase“ vor den nächsten „Classic Days“ auf Schloss Dyck am 2. und 3. August gehört auch die Phalanx eleganter Fahrzeugveteranen in einer der Vorburgen. Die Autos blitzen in der Sonne und stehen in erster Linie wohl dort, um bestaunt zu werden. Und in der Tat: Vollkommen gleichgültig wird keiner an solchen Schätzchen einfach vorbeieilen. Selbst ein flüchtiger Blick auf die historischen Gefährte beflügelt die Gedanken ...

Ohne solch sentimental-träumerische Gemütsregungen in Anbetracht dieser ebenso charakter- wie wertvollen Karossen wären die Classic Days längst nicht das, was sie innerhalb kürzester Zeit geworden sind. Der kollektive Wunsch nach automobiler Nostalgie führte in den vergangenen beiden Jahren zehntausende von Besuchern nach Schloss Dyck. Selbstbewusst spricht Rüdiger König als Mitverantwortlicher deshalb von der „Champions Leage der Oldtimerevents“, wenn von den Classic Days die Rede ist.

Info

Weiträumiges Verkehrskonzept

Um den erwarteten Andrang zu bewältigen, wurde wieder ein Verkehrskonzept ausgearbeitet. Von gesonderten Parkplätzen aus fahren Pendelbusse zum Schloss (ab P & R im Industriegebiet Kapellen sowie vom P & R im Gewerbegebiet Giesenkirchen aus), die K 29 zwischen Steinforth und Glehn wird zum Parken unfunktioniert. Die Durchfahrt über Busch nach Scherfhausen ist gesperrt, ebenso die Zufahrten über Aldenhoven und Damm. Ein Übersichtsplan über die Änderungen findet sich auf der Homepage der Classic Days: www.schloss-dyck-classic-days.de. Dort gibt’s auch detaillierte Infos über das Gesamtprogramm.

Superlative sind es, mit denen die Macher, die Classic Days Oldtimer- und Motorsport GmbH und der Verein „Classic Days“, nicht gerade geizen: So hat Mercedes-Benz Schloss Dyck dazu auserkoren, um in Deutschland offiziell „100 Jahre Grand Prix“ zu feiern. Der besagte weiße Oldtimer beispielsweise ist eines der Autos, die zu diesem Zweck bei den Classic Days an den Start gehen.

Rennprofi Jochen Mass wird das Siegerauto von Dieppe (1908) fahren. Die Nachfrage nach einem Platz im Concours d’Élegance oder beim Rundstreckenlauf des Trips Memorial, so die Veranstalter, sei „größer als je zuvor“. Das verpflichtet: In Aktion treten deshalb Fahrzeuge, die man „bislang noch nirgendwo oder ganz selten im sportlichen Einsatz“ erleben konnte.

Zu sehen sein wird ferner ein Alfa Romeo 6C 2300 mit Mittelmotor aus dem Jahre 1935. Von diesem Fahrzeug existiert nur dieses eine Exemplar. Silbern und safranfarben präsentiert sich hingegen der „Stern von Indien“, ein 1934 gebauter Rolls Royce Phantom für den Maharadscha von Rajkot. Die Parade der Prunkstücke setzt sich auf den Parkflächen in direkter Schlossnähe fort: Waren es im vergangenen Jahr rund 4700 auf eigener Achse angereiste Oldies, so werden es nun noch weitaus mehr werden.

Neu ist in diesem Jahr die Gespannklasse bei den Motorrädern: Mit dabei sein wird das „Böhmerland-Gespann“ des Tschechen Jiry Stupecki. Auf dem längsten Serienmotorrad der Welt sitzen drei Passagiere rittlings hintereinander. Neu im Programm ist auch der Spurt über die Viertelmeile nach dem Vorbild der Beschleunigungstests der 30er und 40er Jahre. Und last but not least: Erstmals wird’s zum Abschluss des ersten Tages eine „Drivers Night“ geben.

Quelle: NGZ


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