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Rhein-Kreis Neuss: Stephanie zu Guttenberg im Rhein-Kreis

VON KLAUS D. SCHUMILAS - zuletzt aktualisiert: 26.08.2010 - 12:28

Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Der Rhein-Kreis startete gestern die Kampagne "Zeig' die rote Karte" gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch in Vereinen. Unterstützt wird das Projekt von Stephanie Freifrau von und zu Guttenberg.

Die Ehefrau des Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor von und zu Guttenberg, Baronin Stephanie, startete zusammen mit Kampagnen-Leiter Jürgen Steinmetz (l.) und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke die Aktion "Zeig' die rote Karte".   Foto:  A. Woitschützke
Die Ehefrau des Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor von und zu Guttenberg, Baronin Stephanie, startete zusammen mit Kampagnen-Leiter Jürgen Steinmetz (l.) und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke die Aktion "Zeig' die rote Karte". Foto: A. Woitschützke

Auf den einen auslösenden, schlimmen Fall will Landrat Hans-Jürgen Petrauschke nicht warten. Gestern startete der Rhein-Kreis unter Federführung von Jürgen Steinmetz die Kampagne "Zeig' die rote Karte" gegen sexuelle Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen in Vereinen. Ziel ist es, so der Allgemeine Vertreter des Landrates, in der Öffentlichkeit und insbesondere in den 440 Sportvereinen des Kreises "Bewusstsein und Sensibilität für eine gewaltfreie Atmosphäre zu schaffen". Für den Auftakt hatte sich der Kreis prominente Unterstützung geholt: Stephanie Freifrau von und zu Guttenberg. Die Ehefrau des Bundesverteidigungsministers ist als Präsidentin des Vereins "Innocence in Danger" engagierte Kämpferin gegen sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen.

Info

"Zeig die rote Karte"

25. August Im Beisein von Stephanie Freifrau von und zu Gutenberg startet die Kampagne gegen sexuellen Missbrauch in Vereinen.

6. Oktober Bei einem "Vereinssport-Tag" sollen Vereine, Trainer und Übungsleiter für das Thema sensibiliert werden.

12. März 2011 Der Rhein-Kreis veranstaltet mit Kreis- und Landessportbund ein Seminar.

51 Fälle von sexuellem Missbrauch sind im vergangenen Jahr kreisweit angezeigt worden. Die Dunkelziffer schätzen Experten von der Ambulanz für Kinderschutz und der Kriminalpolizei deutlich höher ein. Freifrau Julia von Weiler, Geschäftsführerin von "Innocence in Danger": "Bei den bis 18-Jährigen wird in Deutschland jedes zwölfte Mädchen Opfer eines sexuellen Übergriffs. Ein Kind muss sich im Durchschnitt acht Mal an Erwachsene wenden, ehe ihm geholfen wird." Wie viele Übergriffe und wie viel Missbrauch in Sportvereinen passieren – genaue Zahlen gibt es keine. zu Guttenberg ist überzeugt: "Sexueller Missbrauch in Sportvereinen ist absolut an der Tagesordnung."

Gerade weil Eltern "zu Recht erwarten, dass ihre Kinder in Vereinen gut aufgehoben sind", so der Landrat, sei es wichtig, sich diesem heiklen Thema zu stellen. Kampagnen-Leiter Steinmetz: "Trainer und Übungsleiter dürfen nicht unter Generalverdacht geraten. Aber alle, die in der Verantwortung für den Sport stehen, müssen bereit sein, sich mit allergrößter Offenheit und Sensibilität mit dem Thema zu beschäftigen." Die Erfahrung habe gezeigt, dass Vereine, die vorbeugend tätig werden, dem Thema Gewalt und Missbrauch nicht mehr hilflos gegenüberstünden und bei vielen Eltern Anerkennung fänden. Steinmetz: "Viele Vereine benötigen jedoch Unterstützung." Vereine können sich beispielsweise an die Ambulanz für Kinderschutz wenden und dort erfahren, wie man Täterstrategien erkennt oder Handlungsleitlinien erhalten.

In Zusammenarbeit mit der Agentur h1 wurde die Kampagne entwickelt. Rote Karten werden an Vereine verteilt, ab 31. August machen zwei Wochen lang großformatige Plakate im Kreisgebiet auf die Kampagne aufmerksam. Kleinere Exemplare werden an alle Vereine verschickt. Für Freifrau von Guttenberg ein richtiges Vorgehen: "Entscheidend ist das Handeln vor Ort."

Info www.zeig-die-rote-karte.de, www.innocenceindanger.de oder Ambulanz für Kinderschutz Tel. 02131 980 194

Quelle: NGZ


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