Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Neuss/Düsseldorf Sie sind braun, kastig und gerade deshalb unverwechselbar: die Zustellfahrzeuge von UPS. Mehr als 93 000 dieser charakteristischen Gefährte sind weltweit im Einsatz, allein 3500 davon in Deutschland. „Das ganze Fahrzeug ist effektiv, ohne jeden Luxus“, sagt Georg Leusch, der in der Deutschlandzentrale in Neuss für die Unternehmenskommunikation verantwortlich zeichnet. Die Autos seien wegen ihres Designs ein wichtiges Werbemittel, wahre „Ikonen“. Eines dieser spartanisch-schlichten vierrädrigen Heiligtümer wird indessen schon bald kaum mehr wiederzuerkennen sein.
UPS will ein außer Dienst gestelltes Fahrzeug tunen, „pimpen“, salopp gesagt, aufmotzen. Und dazu holt sich die Firma kreatives Know-how von Studenten der privaten Mediadesign-Hochschule (MD.H) an der Werdener Straße in Düsseldorf, wo am Freitag im Beisein von Professor Christine Pütz das Briefing stattfand.
Ziel sei es, so Leusch, mit diesem Show-Truck - „ein Gag“ - in der Automotive-Branche zu punkten. „Wir wollen uns als Logistikpartner ins Gespräch bringen“, sagt Leusch, wobei UPS allerdings auch schon jetzt zahlreiche Kunden aus diesem Segment betreut.
In einer unternehmenseigenen Werkstatt in Langenhagen bei Hannover wird das Zustellfahrzeug derzeit um- und hochgerüstet. Ein neuer Motor, neues Getriebe, beidseitige Auspuff-Pfeifen, neue Hinterachse, Stoßdämpfer, breitere Reifen, neue Beleuchtung, breitere Radkästen, getönte Scheiben, verchromte Felgen und das veränderte Dach verwandeln den betulichen braunen Kasten nach und nach in den gewünschten Truck.
Die Studenten wiederum haben die Aufgabe, bis Mitte August Vorschläge für eine neue Außengestaltung/Lackierung des Fahrzeugs zu erarbeiten. Die Teilnehmer können bis zu zwei Entwürfe einreichen. Erwartet wird eine Konzeption, die eine „dynamische Erscheinung“ unterstreicht, wobei farblich das UPS-Braun und weitere Töne der unternehmensintern genutzten Farbpalette Verwendung finden müssen. Auch das Logo soll dabei nicht zur Nebensache werden.
Eine Jury, die sich aus Vertretern der Hochschule und UPS zusammensetzt, wird sechs Ideen auswählen, die jeweils finanziell honoriert werden. Danach erfolgt ein Internetvoting. Der Gewinner erhält wiederum einen Betrag als Honorierung, zudem wird das von ihm entwickelte Design umgesetzt.
Solch praxisorientiertes Arbeiten, so Christine Pütz, entspreche der Philosophie der MD.H, die in Düsseldorf, München und Hamburg Standorte unterhält. In Düsseldorf werden die Studiengänge Gamedesign, Mediadesign, Medienmanagement und Modedesign angeboten. Hinzu kommen Ausbildungsgänge als Mediengestalter und im Gamedesign. Der Zuspruch ist groß. Pütz: „Wir platzen aus allen Nähten.“
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