Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Im Amt für rheinische Landeskunde des Landschaftsverbandes Rheinland wird den rheinischen Phänomenen mit wissenschaftlicher Akribie auf den Grund gegangen. Eine Langzeitstudie beschäftigt sich mit der „Generation Rheinland“, im Fokus stehen junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren
Rhein-Kreis Neuss Der junge Rheinländer, das unbekannte Wesen. Denn was denken junge Menschen über das Rheinland, wie erleben sie ihren rheinischen Alltag? Wofür interessieren und engagieren sie sich? Welche Vorstellung und Meinung haben sie von den Orten, Menschen und Ereignissen, mit denen sie täglich zu tun haben?
Fragen, auf die das Amt für rheinische Landeskunde (ARL) in Bonn Antwort geben will. Das Projekt nennt sich „Generation Rheinland“ und ist als Langzeitstudie angelegt. Das Ganze stehe unter der Mission, „die Stärken des Rheinlands definieren zu können“, berichtet Gabriele Dafft im Gespräch mit der Neuß-Grevenbroicher Zeitung.
Generation Rheinland
Wer mitmachen will oder Anregungen geben kann: Ansprechpartnerin im Amt für rheinische Landeskunde ist Gabriele Dafft, Telefonnummer 02 28/98 34 208 oder Gabriele.Dafft@lvr.de.
Zu diesem Artikel erscheint in der NGZ vom Samstag ein Zur Sache mit dem Titel: "Studienobjekte".
Analysiert wird das Verhalten im „regionalen Nahbereich“. Inwiefern spielt er überhaupt noch eine Rolle, wo doch durch Internet, Globalisierung und Mobilität die ganze Welt offen steht? Und inwieweit prägen junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren selbst die Region und die Lebensqualität im Rheinland?
Die Wissenschaftler schauen genau hin, auch dort, wo auf den ersten Blick niemand Rheinisches vermuten würde. Gabriele Dafft: „Wie rheinisch ist ein Skater?“
Was junge Rheinländer lernen, sei, so Dafft, der „augenzwinkernde Umgang mit der Brechung von Normen“. Der Karneval als temporäre Auszeit lässt grüßen ... Hinzu komme, dass in der Regel der Spaßfaktor nicht fehlen dürfe. Leistung und Amusement gingen oft Hand in Hand.
In der Vergangenheit standen im Rahmen der Studien bereits Themen wie das Schützenwesen, „Abi-Action“ und Halloween im Fokus der Betrachtungen, die auf der Homepage des ARL aufgelistet sind.
Auch das Zwischenmenschliche wurde nicht ausgespart, Biologen würden wohl vom Balzverhalten sprechen, der Rheinländer nennt es „Flöcht“, also Flirt. Und zum Flirten scheint es in der Region stets und ständig Gelegenheit zu geben.
„Wenn man weggeht, wenn man trinken geht und tanzen geht, aber eigentlich ist es ja auch, wenn man einkaufen geht, ja fast überall“, meint zum Beispiel eine Kölnerin (21 Jahre), deren Statement im Internet veröffentlicht wurde. Selbst am Seziertisch sei man vor Flirts nicht gefeit, heißt es weiter.
Das berichteten jedenfalls zwei Bonner Medizinstudenten. Und auch beim Zahnarzt bleibt in rheinischen Gefilden immer wieder Raum für andere Emotionen außer der Angst vor dem surrenden Bohrer: Die Antwort einer 19-Jährigen auf die Frage „Wann hast du das letzte mal geflirtet?“ lautete: „Beim Zahnarzt. Mit meinem Zahnarzt hab’ ich geflirtet.“
Das Projekt „Generation Rheinland“ ist unabhängig von themenspezifischen Studien auf die Interaktion mit jedermann angelegt. Dazu gibt es unter dem Stichwort „Mein Rheinland“ Gelegenheit. Hier kann man seine persönlichen Eindrücke loswerden: Was macht das Rheinland aus? Warum fühlt man sich hier wohl? Was fehlt einem, wenn man weg ist? Die Beiträge können an das Amt für Rheinische Landeskunde gemailt werden.
Nadine B. beispielsweise, ein echt Kölsches Mädchen, hat auf den Punkt gebracht, was für sie die Rheinländer ausmachen: „Das ist so’n lustiges, buntes Völkchen, also, das ist schon sehr angenehm, hier zu leben.“ (www.arl.lvr.de, Rubrik „Mein Rheinland“)
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