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Rhein-Kreis Neuss: Wie der Landrat für mehr Arbeitsplätze wirbt

VON LUDGER BATEN - zuletzt aktualisiert: 14.04.2010 - 21:30

Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Zahlen, die belasten und bedrücken: Kreisweit leben 30 000 Menschen in 15 000 Bedarfsgemeinschaften. Über 70 Millionen Euro muss der Kreis aufbringen, um Unterkunft und Heizung für diese Hartz-IV-Empfänger zu sichern. Insgesamt sind gar über 60 Prozent der Kreisausgaben in (soziale) Pflichtaufgaben gebunden.

Minister Lienenkämper (2. v. r.). Foto: NGZ
Minister Lienenkämper (2. v. r.). Foto: NGZ

Kreisweit sind auch rund 28 000 Gewerbe aktiv. Dieses Zahlenwerk regte jetzt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke zu einem Rechenbeispiel an. Würde nur jeder zweite Betrieb, so überlegte der Chef der Kreisverwaltung laut, einen zusätzlichen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen, wäre er – wie viele der Betroffenen auch – um eine große Sorge und Bürde ärmer.

Für seine Rechnung erntete Petrauschke jetzt im Kreis von Kaufleuten, Freiberuflern und Politikern viel Beifall, aber auch (kritische) Anmerkungen. "Es können doch schon heute längst nicht alle freien Arbeitsplätze besetzt werden", rief Edel-Caterer Georg W. Broich in die Runde, "weil es an geeigneten Bewerbern fehlt."

Die lebhafte Diskussion zu einem Themenabend war eröffnet. Genau das hatten sich die Gastgeber Jens Hartmann und Kurt-Herbert Derichs gewünscht. Erstmals traten die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU sowie der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) mit einem neuen Veranstaltungsformat an die Öffentlichkeit: ein wirtschaftspolitisches Dinnergespräch.

Premierengast im Restaurant WeinGut an der Münsterstraße in Neuss war Lutz Lienenkämper, Bau- und Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen. Tenor des Abends: Wer das soziale Netz erhalten will, muss die Rahmenbedingungen für eine prosperierende Wirtschaft erhalten und ausbauen.

MIT-Vorsitzender Jens Hartmann und BVMW-Leiter Kurt-Herbert Derichs waren mit der Auftaktveranstaltung zufrieden: "Uns ging es darum, den direkten Gedankenaustausch zu fördern. Das ist uns gelungen." Fortsetzung möglich.

Quelle: NGZ


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