Rhein-Kreis Neuss (NGZO). Rhein-Kreis Neuss (agoe) Mit 15 Jahren machte sie eine kaufmännische Lehre und arbeitete dann 30 Jahre als Sachbearbeiterin, zuletzt in der deutschen Niederlassung eines japanischen Unternehmens. "Nach fünf Jahren kam das Aus", berichtet Ingrid Rampf aus Neuss. 45 Jahre und arbeitslos. "Ich fiel in eine tiefe Lebenskrise", erinnert sich die 61-Jährige. Die dauerte vier Jahre.
"Doch dann rappelte ich mich wieder auf, machte mich selbständig mit einem Frühstücksservice", erzählt sie. Zehn Jahre lief das Geschäft gut. Dann kam die Pleite. Die nächste Krise drohte. "Doch ich bin ein Stehauf-Frauchen", sagt Ingrid Rampf über sich und beschloss, wieder in ihren alten Beruf zurückzukehren. Sie wurde ins Projekt "Visionen 50plus" aufgenommen, nimmt zurzeit an Computerkursen teil. Ihre Devise: Die graue Macht in den Arbeitsmarkt. Sie wünscht sich eine Arbeit, die den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt.
Im Juli erst hatte sie ihr erstes Gespräch bei der Arbeitsvermittlerin – seit zwei Wochen hat sie bereits wieder Arbeit. Helen Quaas, die trotz ihrer erst 49 Jahre in die "Visionen 50plus" rutschen konnte, startete zwar mit einem Computerkursus, doch nach kurzer Einführung konnte sie denn wieder verlassen. Nun sitzt sie an einem Schreibtisch eines Dormagener Unternehmens und lernt dort, moderne Kommunikationsmittel einzusetzen.
Zehn Jahre lebte Helen Quaas mit ihren vier Kindern in Spanien und arbeitete dort als Kosmetikerin und Masseurin. Im Dezember des vergangenen Jahres verlor sie ihren Job, im März kam die gebürtige Bayerin nach Neuss. Sofort meldete sie sich beim Arbeitsamt. "Ich wollte unbedingt schnell arbeiten", erzählt sie. Und sie hat festgestellt: "Es kommt nicht nur auf Qualifikation an, sondern auch auf den Menschen."
Rahim L. (Name geändert) ist 59 Jahre und Allgemeinmediziner. Seit 1985 lebt der Afghane mit seiner Familie in Neuss, arbeitete als angestellter Arzt in verschiedenen Praxen im Rhein-Kreis Neuss und sagt von sich, er sei einer der ersten Ärzte gewesen, die sich ehrenamtlich um Obdachlose in Neuss gekümmert haben. 2001 wurde Rahim L. arbeitslos. Seit drei Wochen fährt er nun jeden Tag nach Wuppertal und arbeitet in einem Krankenhaus – jedoch als Assistenzarzt. Er ist dennoch zufrieden. Die Fahrtkosten übernimmt die ARGE.
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