Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Er gilt als einer der schönsten Turnierplätze im Rheinland und bietet den Rahmen für die 41. Kreispferdeschau : Auf dem sandigen Geläuf im Wickrather Schlosspark zeigen stolze Besitzer ihre züchterischen Erfolge.
Rhein-Kreis/Wickrath Aus dem Pferdeanhänger klingt lautes Wiehern. Der Vierbeiner ist nervös, schlägt mit seinen Hufen. Andere Anhänger auf dem großen Parkplatz sind leer, Tier und Halter stehen schon im Wettbewerb.
In Blickweite liegt der Turnierplatz, wo in steter Folge die Zuchtergebnisse begutachtet werden. Gerade sind es Shetlandponys. Die Fohlen der Minis sind kaum größer als ein Schäferhund, und auch die Stuten reichen ihren Besitzern nur bis zu den Hüften.
Winzig sind sie, diese Ponys, die da gerade auf der in gleißendem Sonnenlicht liegenden Dreiecksbahn des Turnierplatzes von Schloss Wickrath geführt werden. Wirklich winzig und - das sei erlaubt zu sagen - einfach niedlich.
Wirtschaftsfaktor Pferd
Im Rhein-Kreis Neuss und in der Stadt Mönchengladbach hat die Pferdehaltung Hochkonjunktur. Inzwischen gibt es mehr als 110 Reithallen und 200 Reitplätze für alle Reitdisziplinen. Dieser Wirtschaftszweig setzt jährlich mehr als 50 Millionen Euro um.
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung hat ermittelt, dass rund 300 000 Arbeitsplätze in Deutschland mit Pferdezucht und Reitsport in Verbindung stehen. Bundesweit werden rund eine Million Pferde und Ponys gehalten.
Ein Frage von Gang und Haltung
Die putzigen Tiere werden genau beobachtet und taxiert. „Sehr typvolles Pony“, hört man die Stimme des Prämierungsrichters. „Genügend Ausdruck in der Bewegungsfolge - 1 A Silber.“ Ein anderes Fohlen überzeugt durch sein „schönes Gesicht“.
Für die jungen Shetlandponys ist das Ganze erkennbar aufregend. Sie sind schüchtern, laufen eng an der Seite der Stuten, manchmal wagen sie sich vor, machen sich selbständig, um dann doch ganz schnell wieder schutzsuchend zu ihren Müttern zurückzukehren.
Die anmutige Fohlenschau von Mini-Shetland, Shetland, Dartmoor, Connemara, Welsh, Reitpony, Isländer, Haflinger und Friesen verfolgten am Donnerstag hunderte Besucher, die zum Auftakt der zweitägigen, traditionsreichen Pferdeschau des Kreispferdezuchtvereins Mönchegladbach-Grevenbroich-Neuss nach Wickrath gekommen waren.
Dort knüpft man seit dem Einzug des Rheinischen Pferdestammbuchs vor einigen Jahren an eine bis Mitte des 18. Jahrhunderts zurückgehende Tradition an. Für Kreistierzuchtberater Gerd Dreßler steht fest: „Das ist hier der schönste Turnierplatz im Rheinland.“
Laut Dreßler geht’s bei der Bewertung der Stut- und Hengstfohlen um Korrektheit in Körperhaltung und Bewegungsart. „Es wird auch immer wieder aufs Interieur geachtet.“ Damit meint er die Charaktereigenschaften der Pferde und Ponys.
Diese sind mit gut sichtbaren Kopfnummern gekennzeichnet, die einer Katalognummer entsprechen. Rund 140 Halter aus der Region, aber auch weit darüber hinaus - es kommen Teilnehmer aus den Niederlanden und Belgien -, zeigen bei der 41. Kreispferdeschau in Wickrath ihre züchterischen Erfolge.
Zu sehen sind 350 Zuchtstuten und Fohlen unterschiedlichster Rassen. Am Donnerstag wurde als Höhepunkt der Wanderpokal Abteilung Kleinpferde vergeben.
Die Ehrung durch Kreiskämmerer Ingolf Graul und Horst Schröder, Vizebürgermeister der Gemeinde Jüchen, galt Hans Josef Schlömer aus Dormagen. Am Freitag zum Abschluss gegen 17 Uhr steht die Auszeichnung mit dem Wanderpreis „Schloss Wickrath“ auf dem Programm.
Wanderpreis „Schloss Wickrath“
Der freitägige „Tag des Reitpferdes“ beginnt um 10.30 Uhr mit der Eintragung vierjähriger und älterer Reitpferdestuten, anschließend folgt die Eintragung dreijähriger Reitpferdestuten mit Prämierung.
Um 13 Uhr startet die Schau der Stutfohlen mit Verkaufsvermittlung; die jungen Tiere laufen frei im Ring bei der Stute. Vorgesehen ist auch eine Verkaufsschau für Reitpferde. Die Pferde-Jungzüchter beginnen um 15 Uhr mit ihrem Vorführwettbewerb; im Blick stehen Reitpferde-Hengstfohlen.
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