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Rhein-Kreis Neuss: Zwischen Husum und Hallig Hooge

VON CHRISTA BRUIN - zuletzt aktualisiert: 29.08.2007 - 21:30

Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss / Kiel Erste Station: Husum, die „graue Stadt am grauen Meer“ Theodor Storms und des Schimmelreiters. Die maritime Hafenstadt mit ihren kleinen Gassen und dem urigen Marktplatz war dazu angetan, sich auf die nächsten Tage bei einem Gläschen Wein einzustimmen.

Windjammerparade in Kiel: An Bord eines Zweimast-Toppsegel-Schoners legten auch NGZ-Leser beim Segelsetzen mit Hand an.   Foto: NGZ
Windjammerparade in Kiel: An Bord eines Zweimast-Toppsegel-Schoners legten auch NGZ-Leser beim Segelsetzen mit Hand an. Foto: NGZ

Begriffe wie „Einsamkeit“ oder „Abgeschiedenheit“ bekommen eine völlig neue Bedeutung angesichts der Halligen, jener winzig kleinen Eilande vor der Nordseeküste, deren Bewohner bei stürmischem Wetter und schwerem Seegang von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Die bekannteste Hallig, Hallig Hooge - auch die Königin der Halligen genannt -, ist mit gerade mal sechs Quadratkilometern Fläche bereits die zweitgrößte Hallig und bis heute ein völlig intakter Naturraum. Auf Hallig Hooge angekommen, geht es zunächst zur kleinen Halligkirche mit dem Friedhof auf der Kirchwarft aus dem Jahre 1634. Im historischem Königspegel, dem ältesten Privatmuseum Schleswig Holsteins aus dem 18. Jahrhundert, können zahlreiche Schätze aus aller Herren Länder bestaunt werden.

Ein Erlebnis: die traditionelle Windjammerparade in Kiel mit rund 100 Segelschiffen. Foto: NGZ

Das Sturmkino lässt beinahe hautnah die Flutkatastrophe des Jahres 1962 miterleben, als es „Land unter“ hieß. Für einen stimmungsvollen Ausklang des Tages sorgte Reiseleiter Volker Springer, der auf dem Rückweg ins Hotel ein Gedicht Theodor Storms vortrug.

Früh am Tag ging es los nach Kiel, zur traditionellen Windjammerparade. Von einem Zweimast-Toppsegel-Schoner bestaunten die NGZ-Leser die etwa sieben Kilometer lange Parade, an der rund 100 Segelschiffe teilnahmen. Angeführt vom spanischen Segelschiff „Juan Sebastian de Elcano“ wurde das maritime Spektakel gestartet.

Mancher bedauerte, dass die „Gorch Fock“ nicht vertreten war. Das Segelschulschiff der deutschen Marine befand sich zu diesem Zeitpunkt auf Ausbildungsfahrt. Für Begeisterung sorgte auch die deutsche „Alexander von Humboldt“ mit den markanten grünen Segeln.

Der Besuch der Hallig Hooge - das Foto zeigt die NGZ-Leser nach ihrer Rückkehr ans Festland - gehörte sicher zu den Höhepunkten der fünftägigen NGZ-Leserreise ins Norddeutsche. Foto: NGZ

Ein Abstecher nach Schleswig, ein kurzer Stopp an der größten Schleusenanlage von Brunsbüttel und der Besuch des Matjesmarktes in Glückstadt - das Kölner DER-Reisebüro hatte ein abwechslungsreiches Programm ausgearbeitet. In Bremerhaven stand die Besichtigung des Auswandererhauses auf dem Programm.

Den ein oder anderen beschlich ein beklemmendes Gefühl angesichts des Mutes der Verzweiflung, der so viele Deutsche im Jahre 1888 veranlasste, ihre Heimat endgültig und auf Nimmerwiedersehen zu verlassen, um nach Amerika auszuwandern. Wer waren diese Menschen? Warum sind sie gegangen? Was erhofften sie sich?

In der „Galerie der 7 Millionen“ werden Antworten gesucht, wenn der Besucher per Boardingpass die ganz konkrete Lebensgeschichte eines Auswanderers nachvollzieht. Spannend: Im Forum Migration bestand die Möglichkeit, auf Spurensuche nach einem ausgewanderten Vorfahren zu gehen. Ein faszinierendes Erlebnis ganz besonderer Art.

Die vier berühmtesten Bremer erreichten die Hansestadt nie: die Bremer Stadtmusikanten. Dennoch werben sie als Sympathieträger für die norddeutsche Stadt, die zum Abschluss der fünftägigen NGZ-Leserreise besucht wurde: Das Rathaus und der Roland auf dem Marktplatz gehören seit 2004 zum Unesco-Weltkulturerbe der Menschheit.

Es lohnt, sich die Zeit zu nehmen, durch Bremens ältestes Viertel zu schlendern, das „Schnoorviertel“ mit seinen wie Perlen auf einer Schnur aufgereihten kleinen Häusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert, oder die Böttcherstraße entlang zu bummeln, Bremens 110 Meter lange „heimliche Hauptstraße“ mit ihren historischen Bauwerken. Fünf Tage - gerade genug Zeit, einige schöne „Norddeutsche Impressionen“ zu sammeln.

Quelle: NGZ


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