Meerbusch Vor dem Hintergrund der zahlreichen nächtlichen Verspätungen von Maschinen am Düsseldorfer Flughafen hat Meerbuschs Bürgermeister Dieter Spindler den nordrhein-westfälischen Verkehrsminister Oliver Wittke aufgefordert, die Nachtflugregelung des Airports schnellstmöglich zu präzisieren. Ein entsprechender Brief verließ Freitag das Rathaus in Büderich.
Im Jahr 2003 hatte es in Düsseldorf zwischen 23 und 24 Uhr insgesamt 871 verspätete Maschinen gegeben, 2004 waren es schon 1255 und im Jahr 2005 sogar 1615. Dies entspricht einer Steigerung von rund 80 Prozent.
„Wir haben den Landesverkehrsminister über diese schlimme Entwicklung informiert, aber eine Besserung ist nicht eingetreten“, so Spindler Freitag gegenüber der NGZ. Im Gegenteil: Die bislang für 2006 vorliegenden Zahlen bestätigten den hohen Anteil der „Verspätungen“.
Ausnahme wird zur Regel
„Dies ist nur möglich, weil die bestehende Nachtflugregelung zu viele Ausnahmen zulässt, weil niemand entscheidet, wer verspätet ist und weil die Verspätungen keine Sanktionen nach sich ziehen. Dies nutzen die Fluggesellschaften offensichtlich aus“, moniert der Meerbuscher Bürgermeister in seinem Beschwerdebrief.
Verspätungen würden von der Ausnahme zur Regel, weil niemand etwas dagegen unternehme. „Auch der Bezirksregierung fehlt die Handhabe. An den fehlenden Konsequenzen krankt die gesamte Nachtflugregelung.“
Spindler fordert klare Verhältnisse
Nötig sind nach Spindlers Auffassung deshalb ganz klare Verhältnisse. „Zwischen 23 und sechs Uhr muss grundsätzlich Ruhe sein, dann weiß jeder, woran er ist.“ Zweifellos seien kleinere Verspätungen nicht auszuschließen.
„Aber wer nach 23 Uhr noch Düsseldorf anfliegen will, müsste eine sehr gut begründete Ausnahmegenehmigung der Luftaufsicht bei der Bezirksregierung beantragen, die es wirklich nur in absoluten Einzelfällen geben darf“, so der Bürgermeister.
Dazu unterstützt Dieter Spindler ausdrücklich eine Forderung der „Bürger gegen Fluglärm“: Die so genannte „Homebase-Regelung“, die den am Düsseldorfer Flughafen ansässigen Fluggesellschaften Landungsrecht bis 24 Uhr und darüber hinaus weitere Verspätungstoleranzen ohne Sondergenehmigungen einräumt, will der Bürgermeister schnellstmöglich gekippt sehen.
Denn mittlerweile machten die Flüge der so genannten „Homebase-Carrier“ den größten Teil des Verkehrsaufkommens aus. Dies wiederum treibe den Anteil der „Spätlander“ weiter in die Höhe.
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