Osterath Wo in Zukunft die Treffen der Osterather Schützen ablaufen sollen, ist Norbert Schöndeling noch nicht klar: „Nach diesen Umbauplänen ist der Saal im Hotel Weindorf für uns jedenfalls nicht mehr brauchbar“, sagt der Brudermeister der St.-Sebastianus-Schützen Oste- rath. Schon jetzt seien die Räumlichkeiten „haarscharf“ ausgenutzt.
Das Architekturbüro Strauß und Fischer aus Krefeld hatte im Osterather Buch- und Kunstkabinett Mönter die Pläne für den Umbau des denkmalgeschützten Gebäude-Ensembles am Kirchplatz präsentiert. Und konnte dabei nur eine Lösung vorstellen, die den Schützen nicht weiterhalf: Sie müssen sich einen neuen Saal suchen.
„Die Schützen sollten anfangen umzudenken“, sagte Karl-Heinz Berchter. „Ich möchte den Vereinen anheim stellen, bei der Wahl eines Veranstaltungsraums innovativ zu sein“, so der Geschäftsführer der Projektentwicklung GmbH Mönchengladbach und Investor des Projekts Hotel Weindorf.
Bei der Vorstellung der neuen Pläne gab Berchter zu, dass die Architekten nicht jeden zufrieden stellen können: „Wir haben nach einer eierlegenden Wollmilchsau gesucht.“ „Die Denkmalschutzauflagen einzuhalten, wirtschaftlich zu sein und gleichzeitig die Interessen der Bevölkerung abzudecken - das sei nichtmachbar.
Herausgekommen ist ein Entwurf, bei dem ein Restaurant und Wohnungen in dem Hof-Ensemble untergebracht werden. Die Front des Hotels Weindorf soll erhalten bleiben und zur Aufwertung des historischen Ortskerns beitragen.
In dem Restaurant soll es „gutbürgerliche Küche“ geben, der Saal im Obergeschoss soll nicht mehr eine Raumfläche haben, sondern zwei Ebe- nen, die mit einer Treppe verbunden werden. Dazu wird der Dachstuhl geöffnet und ein „Luftraum“ geschaffen, der Blickaustausch zwischen den Etagen erlaubt.
Obwohl der Saal nach dem Um- bau nur wenige Quadratmeter we- niger hat, ist er für die Schützen dann zu klein. Auch die Kegelbahn wird wegfallen - für die Anwohner ein Schlag. Denn von ehemals fünf Sälen in Osterath ist mittlerweile keiner mehr erhalten.
Trotzdem waren die Bürger angetan von den Plänen. „Es ist wichtig, den Ortskern mit Leben zu füllen. Deshalb beurteile ich diese Pläne positiv“, sagte Jürgen Bergert, Vorsitzender des Bürgervereins „Pro Osterath“. Mit der Erhaltung des Restaurants auch im Außenbereich seien die wichtigsten Kriterien erfüllt.
Auch Bürgermeister Dieter Spindler war zufrieden: „Das ist ein ordentlichen Ergebnis“, sagte er. „Auch die Saal-Lösung ist gut. Denn es können immer noch sehr viele Versammlungen in dem Raum statt finden.“ Nur die Schützen müssen sich nach einer neuen Bleibe umsehen.
Die Familie Pechfelder will das Restaurant nach dem Umbau nicht weiter betreiben. Der Investor Berchter ist sich jedoch sicher, dass er für den Gastronomie-Betrieb einen neuen, geeigneten Pächter zu findet.
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