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Meerbusch: Polizei warnt vorm „Enkeltrick“

zuletzt aktualisiert: 24.08.2006 - 21:35

Meerbusch (NGZ) Der Enkeltrick ist eine beliebte Masche für Betrüger. Obschon die Polizei immer wieder vor diesen betrügerischen Zeitgenossen warnt, schaffen sie es, ältere Menschen um ihr Erspartes zu bringen.

 In dieser Woche waren die Betrüger wieder in Meerbusch unterwegs: Am Mittwoch kam es in der Zeit zwischen 12.45 und 14.30 Uhr in Büderich und in Strümp zu mehreren versuchten Betrugstaten zum Nachteil älterer Menschen durch den so genannten Enkeltrick.

Gesundes Misstrauen

Zunächst versuchte ein unbekannter Anrufer einem 64-jährigen Mann vorzutäuschen, er telefoniere mit einem Verwandten. Der Angerufene nahm erst einmal an, es handele sich um den Schwiegervater seines Sohnes und sprach ihn mit Vornamen an.

Im Laufe des Gesprächs bat dieser darum, dass ihm der Meerbuscher kurzfristig einen Betrag von 20 000 Euro zur Finanzierung eines Autokaufs leihen sollte. Der Angerufene erinnerte sich daran, dass der Schwiegervater seines Sohnes erst kürzlich ein neues Auto angeschafft hatte und wurde misstrauisch. Mit dem Verdacht konfrontiert beendete der Anrufer das Gespräch. Im Display war die Landesvorwahl aus Polen (0048) zu erkennen.

In einem weiteren Fall wurde eine 77-jährige Frau angerufen, die durch den Anrufer in ein geschickt geführtes Ratespiel um dessen Identität verwickelt wurde. Sie glaubte dann, die Stimme einem entfernten Enkel aus Norddeutschland zuordnen zu können und sprach ihn dann mit dem Vornamen an. Dies wurde als richtig bestätigt. Der vermeintliche Enkel bat die Oma, ihm 13 000 Euro für den Kauf einer Wohnung zu leihen. Er brachte die Seniorin dazu, sich zu ihrer Bank zu begeben und dort den geforderten Betrag abzuheben.

Glücklicherweise reagierte die Filialleiterin des Geldinstitutes genau richtig und sprach mit der Kundin über die Masche der Betrüger. Anschließend wurde die Polizei eingeschaltet. Trotz verdeckter Betreuung des Opfers durch Polizeibeamte haben die Täter dies erkannt. Eine weitere Kontaktaufnahme erfolgte dann nicht.

Fast gleichzeitig erhielt ein 67 Jahre alter Mann einen ähnlich gelagerten Anruf. Auch in diesem Fall wollte der Anrufer glaubhaft machen, er sei ein Bekannter aus Norddeutschland und der Meerbuscher solle erraten, wer er sei. Da dem Herrn spontan nur eine Bekanntschaft aus Norddeutschland einfiel, erwähnte er diesen Vornamen. Der Betrüger gab nun vor, genau dieser Bekannte zu sein und bat zur Finanzierung eines Immobiliengeschäftes um Geld.

Auch in diesem Fall schöpfte das Opfer Verdacht und konfrontierte den Anrufer mit seiner Vermutung. Das Gespräch wurde sofort beendet.„Glücklicherweise kam es in keinem Fall zur Aushändigung des geforderten Geldes“, so Kreispolizeisprecher Hans-Willi Arnold.

Die Polizei nimmt die Fälle erneut zum Anlass, nochmals vor Betrügern, die mit dem so genannten „Enkeltrick“ arbeiten, zu warnen. Bei diesem Trick werden zwei Betrugselemente genutzt. Zum einen das Vortäuschen einer verwandtschaftlichen Beziehung (Enkel, Neffe) und zum anderen die Vorgabe einer finanziellen Notlage (Autokauf, Aktiengeschäfte, Auslösung eines verzollten Containers, erforderliche Notoperation). Die Kontaktaufnahme erfolgt telefonisch. Dabei werden vornehmlich Mitbürger mit einem Lebensalter von 70 Jahren und älter angerufen.

Geschickte Gesprächsführung

Der Anrufer erreicht durch seine geschickte Gesprächsführung - „rate mal, wer hier ist?“ -, dass das Opfer den Namen eines Verwandten preisgibt, für den sich der Anrufer dann im weiteren Gesprächsverlauf ausgibt. Nach Darstellung der finanziellen Notlage wird das Opfer dann um eine kurzfristige finanzielle Unterstützung gebeten. Eine Rückzahlung des Geldes wird bereits nach wenigen Tagen zugesichert. Polizeisprecher Arnold rät eindringlich: „Ist ein Sachverhalt nicht sofort zu klären, informieren Sie sofort die Polizei unter der Notruf-Nummer 110.“

Quelle: NGZ


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