Meerbusch (tist) Rund 2200 Meerbucher haben bereits für einen Bürgerentscheid gegen die Fällung der Platanen an der alten B 9 unterschrieben. Die CDU bleibt gelassen.
Höchstens für einige Sekunden bleibt der Kugelschreiber am Stand in Büderich liegen. Dann greift der nächste Passant danach. „Wo soll ich unterschreiben?“ Die Mitglieder der Bürgerinitiative „Pro Baum“ haben gut zu tun. „Die Resonanz ist riesig“, sagt Mitglied Charlotte Nieß-Mache. „Rund 80 Prozent der Bürger regieren positiv.“
Bis Sonntag hat die Initiative laut Initiativen-Mitglied Joachim Quaß bereits rund 2200 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen die Fällung der Platanen an der alten B 9 gesammelt. „Pro Baum“ will erreichen, dass jeder Baum vorher geprüft wird, ob er sich erhalten lässt. Bis zum 28. Mai hat die Initiative Zeit, die erforderlichen 2252 Unterschriften für ein Bürgerbegehren vorzulegen.
Doch auch wenn diese Zahl erreicht ist, soll weitergesammelt werden, wie „Pro Baum“-Mitglied Dr. Andrea Blaum sagt. „Falls einige der Unterschriften ungültig sind. Die Initiative will bis Ende Mai mindestens 3500 Unterschriften bei der Stadt abgegeben können. „Vielleicht können wir so die CDU unter Druck setzen, damit sie ihre Entscheidung doch noch überdenkt“, sagt Nieß-Mache. „Dann muss es gar nicht zu einem Bürgerentscheid kommen.“
Bei der CDU denkt man allerdings nicht daran einzulenken. „Wir haben bisher keine neuen stichhaltigen Argumente gehört“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Damblon. „Deshalb sind wir weiterhin davon überzeugt, dass wir richtig entschieden haben.“
Daran könnten auch die vielen Unterschriften nichts ändern. „Diese Listen sagen nichts über die Meinung aller Bürger aus“ sagt Damblon. Schließlich gibt es eine schweigende Mehrheit, die sich nicht äußert.“ Viele Bürger seien insgeheim für die Baumfällaktion, würden sich aber nicht trauen, dies laut zu sagen.
Bleibt die CDU bei ihrer Haltung, wird es aller Voraussicht nach zu einem Bürgerentscheid kommen. Dann muss das Bürgerbegehren der Initiative am Abstimmungstag rund 8300 Ja-Stimmen erhalten. An dem Bürgerentscheid können alle wahlberechtigten Meerbuscher teilnehmen. Mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten müssten für das Anliegen der Initiative mit „Ja“ stimmen.
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